Qualität & Härte / Röntgenkontrastmittel
Kein Gesamtgrenzwert überschritten

Feinschmecker-Bewertung fehlerhaft - Trinkwasser hat hohe Qualität
In der September-Ausgabe 2006 des Magazins Feinschmecker wird behauptet, dass von den Stadtwerken Essen AG gelieferte Trinkwasser weise eine besonders hohe Belastung mit Röntgenkontrastmitteln auf. Diese Behauptung ist unwahr.
Tatsächlich weist das Essener Trinkwasser nach einer von den Stadtwerken Essen AG im Juli des Jahres 2006 in Auftrag gegebenen Analyse eine Belastung durch Röntgenkontrastmittel auf, die deutlich unter dem gesundheitlichen Orientierungswert liegt.
Download: Maßeinheiten der Trinkwasseranalyse, PDF 26,9KB
Für seine Ausgabe hatte der Feinschmecker die Trinkwasserqualität in elf deutschen Städten, darunter auch Essen, getestet. Auf Basis einer chemischen Analyse im Institut von Prof. Dr. Walter Jäger in Tübingen, der das stichprobenartig entnommene Wasser auf Schwermetalle, Pestizide und verschiedene Arzneimittelrückstände prüfte, bewertete die Feinschmecker-Redaktion das von den Stadtwerken Essen AG gelieferte Trinkwasser als besonders hoch mit Röntgenkontrastmitteln belastet. 718 Nanogramm / Liter Röntgenkontrastmittel seien gefunden worden, so der Feinschmecker. Damit liege der Wert siebenfach über dem gesundheitlichen Orientierungswert.
Diese fehlerhafte Angabe basiert auf einer nicht sachgemäßen Berechnungsmethode. Dazu hatte die Redaktion des Feinschmecker die für fünf Einzelsubstanzen ermittelten Werte der von Prof. Dr. Jäger durchgeführten Analyse einfach addiert und dem Richtwert, der für eine einzelne Substanz gilt, gegenübergestellt. Auf diese Weise entstand der Eindruck, dass das Trinkwasser insgesamt eine zu hohe Belastung mit Röntgenkontrastmittel aufweist.
Tatsächlich aber liegen die individuell ermittelten Werte des Essener Trinkwassers nach der durch die Stadtwerke Essen AG in Auftrag gegebenen Analyse unter dem gesundheitlichen Orientierungswert von je 100 Nanogramm / Liter. Ein solches Vorgehen ist unseriös, sagt Dirk Pomplun, Sprecher der Stadtwerke Essen AG. Unsere aktuelle Analyse belegt eindeutig: Unser Trinkwasser ist von einer hohen Qualität und entspricht allen gesetzlich festgelegten Grenz- und Richtwerten. Nach Auffassung des Umweltbundesamtes sind Röntgenkontrastmittel aus toxikologischer Sicht unkritisch und geringe Konzentrationen im Trinkwasser nicht besorgniserregend.
Unkorrekt ist zudem die Behauptung des Magazins, wonach das Essener Trinkwasser dem Grundwasser entnommen werde. Das von uns gelieferte Trinkwasser stammt dem Ursprung nach aus der Ruhr und wird mittels aufwändiger Verfahrenstechnik unter Verwendung von Ozon zu einer hohen Qualität und Reinheit geführt, so Dirk Pomplun. Im Rahmen dieses Prozesses wird das Wasser über Langsamsandfilter in den Untergrund versickert und dort über Sammelleitungen wieder aufgenommen. Dieses Verfahren ist in der Fachwelt als künstliche Grundwasseranreicherung bekannt und nicht mit einem Grundwasserwerk vergleichbar.
Die Stadtwerke Essen AG stellen abschließend noch einmal klar: Das Essener Wasser ist uneingeschränkt für den täglichen Genuss geeignet. Seine Qualität wird regelmäßig wissenschaftlich geprüft und sachgemäß bewertet. Eine weitere Analyse wurde zwischenzeitlich in Auftrag gegeben. Sobald deren Ergebnisse vorliegen, werden diese der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Zur Information: 1 Nanogramm = 0,000.000.001 Gramm

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