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Kanalbaumaßnahme im Wolfsbachtal

Das Baustellentagebuch zur Kanalbaumaßnahme der Stadtwerke Essen

Mitten im Wolfsbachtal, zwischen dem Meckenstocker Weg in Bredeney und Dahler Höhe / Schuirweg in Schuir, verläuft parallel zum Wolfsbach ein Abwasserkanal. Der Kanal aus dem Jahre 1940 hat rund 80 Jahre lang gute Dienste geleistet und geht nun in den wohlverdienten Ruhestand. In einer umfangreichen Baumaßnahme erneuern die Stadtwerke Essen den Kanal und vergrößern dabei die Dimensionen der Rohre teilweise um mehr als das Doppelte.

Die Baumaßnahme im Überblick

In dem Bauplan sehen Sie den Verlauf der Maßnahme und die grün gekennzeichneten Fußwege durch den Wald, die wie gewohnt genutzt werden können.

Von großen Startgruben aus wird der Kanal unterirdisch in verschiedene Richtungen verlegt:

  • In Richtung Süden entsteht ein Regenrückhaltekanal mit einem Innendurchmesser von 2,6 Metern auf einer Länge von rund 860 Metern.
  • Im nördlichen Teil der Baumaßnahme werden zwei Stränge mit einem Durchmesser von jeweils 1,6 Metern verlegt: Einer in Richtung Meckenstocker Weg und einer zum Taunusbogen.

Baustellentagebücher

Auf einer Länge von 2,7 Kilometern entsteht im Wolfsbachtal innerhalb von 2,5 Jahren ein neuer Abwasserkanal. Von großen Startgruben aus wird der neue Kanal in verschiedene Richtungen unterirdisch per sogenanntem Vortriebsverfahren durch den Wald verlegt. Die Hauptpressgrube befindet sich auf einer großen Fläche kurz nach dem Waldeingang am Taunusbogen und ist Dreh- und Angelpunkt der gesamten Baumaßnahme. Später wird die 26 Meter tiefe Grube zu einem Regenrückhaltebecken umgebaut. Bis dahin dient sie allerdings als Startpunkt für die großen Vortriebe:   

In Richtung Schuirweg/Dahler Höhe entsteht auf einer Länge von rund 860 Metern ein Regenrückhaltekanal mit einem Innendurchmesser von 2,6 Metern. Auf dieser Strecke werden allein rund 290 einzelne Rohrelemente aus Stahlbeton verlegt. Jedes einzelne Rohrelement hat dabei ein Gewicht von etwa 28 Tonnen. In Richtung Taunusbogen und Meckenstocker Weg finden insgesamt rund 180 Rohrelemente aus Stahlbeton mit einem Innendurchmesser von 1,6 Metern ihren Weg unter die Erde. Hier hat jedes Rohrelement ein Gewicht von etwa 9 Tonnen. Hinzu kommen weitere 110 Stahlbetonrohre mit einem Durchmesser von 1,2 Metern.

Insgesamt werden im Wolfsbachtal also rund 580 Rohrelemente aus Stahlbeton und einem Gesamtgewicht von über 10.000 Tonnen unterirdisch verlegt. Hinzu kommen weitere Rohrelemente aus dünneren und leichteren Materialien, die sowohl im Taunusbogen und Meckenstocker Weg als auch im südlichsten Teil der Baumaßnahme abschließend verlegt werden. Diese Rohre kommen häufig zum Einsatz wenn ein geringerer Durchmesser benötigt wird.

Zusätzlich entstehen auf der 2,7 Kilometer langen Strecke mehrere Fallbauwerke, die den zu überwindenden Höhenunterschied der Zulaufkanäle im Wolfsbachtal ausgleichen.   
Nach Abschluss der Vortriebsarbeiten wird schließlich die kreisrunde Startgrube zu einem Regenrückhaltebecken umgebaut.

Schutz von Flora und Fauna

Um das Wolfsbachtal und die hier beheimatete Flora und Fauna während der gesamten Bauzeit bestmöglich zu schützen, wird der neue Kanal überwiegend unterirdisch per Vortriebsverfahren verlegt. Denn dank dieser Bauweise sind nur punktuelle Baugruben erforderlich.

Bereits im Voraus wurde von einem Sachverständigen ein „Landschaftspflegerischer Begleitplan“ erstellt. Außerdem steht während der gesamten Bauzeit eine waldökologische Baubegleitung unterstützend zur Seite.

Baustart am 20.08.2018

Am 20.08.2018 beginnen die Arbeiten im Wolfsbachtal und die ersten Baumaschinen rollen an. Bevor jedoch mit dem großen Vortrieb begonnen werden kann, sind zunächst viele weitere Arbeitsschritte notwendig. So wird ab dem 20.08. zunächst das Baustellenfeld rund um die Hauptpressgrube eingerichtet. Ebenso werden die benötigten Baustraßen hergestellt, so dass die großen und schweren Rohrelemente später problemlos zur Baustelle transportiert werden können. Außerdem muss die 26 Meter tiefe Startgrube für den Vortrieb errichtet werden. Durch das zum Teil steile Waldgebiet sind während der Baumaßnahme Höhenunterschiede zu überwinden. Diese stellen die Planung und Umsetzung der Bauarbeiten vor besondere Herausforderungen. 

In den letzten fünf Monaten hat sich Vieles getan: Das Baustellenfeld rund um die Hauptpressgrube unterhalb des Taunusbogens ist eingerichtet und die temporären Baustraßen mit einer Breite von ca. 3 Metern für die schweren Transporter sind fertig ausgebaut. Kaum zu erkennen, dass dort vor nicht allzu langer Zeit ein schmaler Waldweg entlang geführt hat.

Arbeiten am Taunusbogen schreiten voran

Direkt am Waldeingang am Taunusbogen steht die erste Baugrube mit einer Tiefe von 6 Metern schon bereit. Blickt man einige Meter weiter in den Wald hinein, so sieht man bereits die ersten großen Baumaschinen — darunter gelbe Spitzen riesiger Drehborgeräte, die mit einer Höhe von bis zu 30 Metern auf zum Himmel ragen. Bereits jetzt werden einem die enormen Dimensionen der Baumaßnahme bewusst.

Auf der Fläche kurz nach dem Waldeingang am Taunusbogen laufen die vorbereitenden Maßnahmen auf Hochtouren. Schon bald entsteht dort die 26 Meter tiefe Hauptpressgrube mit einem Durchmesser von rund 23 Metern. Doch bevor die große Baugrube, die für den späteren Vortrieb notwendig ist, ausgehoben werden kann, müssen sogenannte Bohrpfähle ringsum eingebracht werden. Die entstehende Bohrpfahlwand sorgt später für Sicherheit in der Baugrube. Mehr als die Hälfte der Bohrpfähle ist hier bereits in den Boden eingebracht. Diese Maßnahme ist recht aufwändig. Dabei erschwert die örtliche Bodenbeschaffenheit die Arbeiten teilweise zusätzlich. Unter diesen Bedingungen schafft man pro Tag etwa 1 Bohrpfahl mit einem Durchmesser von 1,2 Metern und einer Länge von 26 Metern in den felsigen Boden zu versenken.

Nach der Fertigstellung der Bohrpfahlwand beginnt voraussichtlich im Frühjahr der Aushub der Hauptpressgrube, die gleichzeitig als Start- und Zielgrube für insgesamt drei Kanalstränge dient. Von hier erfolgt später der Vortrieb in Richtung Taunusbogen und Meckenstocker Weg sowie die Vortriebseinfahrt vom Schuirweg/Dahler Höhe.

Die ersten Vortriebsarbeiten voraussichtlich im Frühjahr

Aber auch an den insgesamt vier weiteren Baugruben schreiten die Arbeiten planmäßig voran. Während an drei Baugruben im Bereich nördlich der Hauptpressgrube noch fleißig gebohrt wird, ist der Baugrubenverbau der zweitgrößten Pressgrube, die etwa 860 Meter weiter südlich der Hauptpressgrube liegt, bereits hergestellt. Voraussichtlich im Frühjahr, wenn die Pressgrube komplett ausgehoben wurde, können hier die ersten Vortriebsarbeiten beginnen. Mit einem Innendurchmesser von ca. 2,6 Metern gräbt sich dann das Schneidrad der Vortriebsmaschine durch das Erdreich in Richtung Hauptpressgrube unterhalb des Taunusbogens.

Ein Teil des waldökologischen Baukonzepts — ein Amphibienschutzzaun

Damit auch die Tierwelt im Wolfsbachtal während der gesamten Bauzeit bestmöglich geschützt werden kann, steht Fachpersonal als waldökologische Baubegleitung unterstützend zur Seite. Um die Gefährdung von beispielsweise Fröschen und Kröten zu vermeiden, wird der Baustellenbereich mit Hilfe eines kniehohen grünen Schutzzauns abgesichert. Der temporäre Schutzzaun wurde um die Baustelle herum durch den Wald angelegt und verhindert, dass heimische Frösche und Kröten in das Baufeld eindringen können.

Vorbereitende Maßnahmen sind bereits abgeschlossen

Im August 2018 fiel der Startschuss für unser Mammutprojekt im Wolfsbachtal in Essen-Bredeney. Umfangreiche vorbereitende Maßnahmen waren notwendig, da wir viel im Landschaftsschutzgebiet tätig sind. So wurde z. B. ein Amphibienschutzzaun errichtet, um seltene Tiere wie Frösche zu schützen. Weiterhin mussten Baustraßen angelegt und Wege verbreitert werden, um die Andienung der Baustelle mit schweren Baufahrzeugen zu ermöglichen. Einige kleinere Baugruben sind inzwischen fertiggestellt und der erste Vortrieb ist bereits gestartet. Auf einer Länge von etwa 100 Metern wird ein Abwasserkanal mit einem Durchmesser von einem Meter von der Straße Taunusbogen bis zum Fußgängerweg Reckmannshof  unter die Erde gebracht.

 

Hauptpressgrube hat die erste Hürde genommen

Mit 16 Metern Tiefe hat die Hauptpressgrube im Wolfsbachtal die erste Talsohle erreicht. In einem zweiten Schritt kommen dann später noch einmal 16 Meter dazu. Nach Fertigstellung der gesamten Baugrube hat diese dann eine Tiefe von insgesamt 30 Metern und einen Durchmesser von 22 Metern. Die Baggerarbeiten in diesem Bereich sind sehr schwierig, da der Boden zum großen Teil aus Fels besteht. Allein für den ersten Teil der Pressgrube musste der Aushub auf rund 540 Sattelschleppern abgefahren werden. Um die Seitenwände der Baugrube abzusichern, wurden 88 sogenannte Bohrpfähle aus Beton über 30 Meter in den Boden gebohrt. Hintereinandergelegt ergibt das eine Länge von 2,6 Kilometern.

 

Technisches Know-how ist gefragt

Für dieses Abwasserprojekt müssen wir große Anstrengungen unternehmen. Zudem ist technisches Know-how nötig, um die großen Herausforderungen im Wolfsbachtal zu meistern. So wird von der Straße Wolfsbachtal, Höhe Wolfsbachbrücke, über 900 Meter ein Abwasserrohr mit einem Durchmesser von 2,60 Metern unterirdisch bis in die Hauptgrube

vorgepresst. Hier muss nicht nur die exakte Höhe eingehalten werden, das Kanalrohr macht unterirdisch auch eine S-Kurve und kommt dann exakt an der vorbestimmten Stelle an.

Mitte Mai 2019 wird die Tunnelbohrmaschine angeliefert und in die Startgrube eingebaut. Mit den Vortriebarbeiten starten wir dann Anfang Juni 2019.

Start für die Tunnelbohrmaschine Georg 1

Nachdem die Vorarbeiten zur Kanalbaumaßnahme im Wolfsbachtal zum großen Teil abgeschlossen sind, können wir nun mit dem umfangreichen Vortrieb loslegen. Dafür wurde in der vergangenen Woche eine große Tunnelbohrmaschine im Wolfsbachtal in der Nähe der Wolfsbachbrücke angeliefert. Bevor diese aber ihrer Bestimmung übergeben wurde, fand am Dienstag, den 28. Mai 2019, eine feierliche Taufzeremonie statt. Taufpate war der Bauleiter Hans-Georg Gottschol, der schon viele große Projekte bei den Stadtwerken Essen geleitet hat. Für seine Verdienste wurde die Vortriebsmaschine nach seinem Namen benannt und trägt fortan den Namen „Georg I". Sichtlich gerührt, nahm Hans-Georg Gottschol die Taufe vor. Zusammen mit Kai-Andreas Mantz, ebenfalls Bauleiter, wird Hans-Georg Gottschol die Bauarbeiten im Wolfsbachtal bis zur Fertigstellung Ende 2021 betreuen. Anschließend geht er dann in den wohlverdienten Ruhestand.

Dimensionen, die beeindrucken: Anlieferung per Schwertransport

Die Vortriebsmaschine misst eine Länge von 6,90 Metern und ist 84 Tonnen schwer. Allein das Schneidrad hat ein Gewicht von 14 Tonnen. Aufgrund des hohen Gewichts, wurden die beiden Bauteile von zwei Schwertransporten angeliefert. Auch die Montage so großer Bauteile ist eine Herausforderung: Insgesamt drei Stunden hat der Zusammenbau der Teile in Anspruch genommen. Um die Tunnelbohrmaschine in die 12 Meter tiefe Pressgrube herunter zu lassen, wurden zwei Autokräne benötigt.

Und so geht es weiter im Wolfsbachtal

Mit einem Durchmesser von ca. 2,6 Metern gräbt sich schon bald das Schneidrad der Vortriebsmaschine durch das Erdreich in Richtung Norden zur Hauptpressgrube unterhalb des Taunusbogens. Dabei muss ein Höhenunterschied von rund 5 Metern bewältigt werden. In rund 6 Monaten soll „Georg I“ sein Ziel erreichen.

Fast parallel zum großen Vortrieb startet ein weiterer Vortrieb aus der Hauptpressgrube mit einer Länge von rund 150 Metern in Richtung Reckmannshof. Nach dessen Fertigstellung geht es nach kurzen Umbauarbeiten mit dem Bau eines weiteren Abwasserkanals Richtung Meckenstocker Weg auf einer Länge von etwa 385 Metern weiter. Diese neuen Kanäle haben dann jeweils einen Durchmesser von 1,6 Metern.

Auch im südlichen Bereich der Maßnahme wird bereits fleißig gearbeitet. Dort werden seit  Mitte April Abwasserrohre mit einem Durchmesser von 1,2 Metern ins Erdreich gepresst. Insgesamt müssen noch rund 1.080 Meter Abwasserrohre ins Erdreich gebracht werden.

Die meisten Abwasserrohre liegen unter der Erde

Seit nunmehr rund 14 Monaten buddeln wir fleißig im Wolfsbachtal.  Etwa 650 Rohrelemente mit einem Gesamtgewicht von ca. 10.000 Tonnen wurden bzw. werden noch auf einer Länge von 2,7 km zur Erstellung eines neuen Abwasserkanals verlegt. Die Abwasserrohre sind dann im Durchmesser teilweise doppelt so groß wie der alte Abwasserkanal aus dem Jahre 1940.

Erfolgreiche Bergung von Georg 1

 „Georg 1“ hat unter dem Wolfsbachtal im Essener Süden Platz für ein neues Kanalsystem geschaffen. Auf einer Strecke von 860 Metern hat sich „Georg 1“ dort seit Juni 2019 durch den felsigen Untergrund gearbeitet. Ausgehend von der Startgrube im Wolfsbachtal wurde  in Richtung Hauptpressgrube ein Abwasserkanal mit einem Innendurchmesser von 2,60 Metern verlegt. Auf dieser Strecke allein sind es rund 290 einzelne Rohrelemente mit einem Gewicht von jeweils etwa 17 Tonnen. Von der Hauptpressgrube in Richtung Taunusbogen und Meckenstocker Weg fanden insgesamt rund 360 Rohrelemente mit einem Gewicht von jeweils etwa 9 Tonnen und einem Innendurchmesser von 1,60 Metern ihren Weg unter die Erde.

So geht es weiter

Bis März 2020 möchten wir die umfangreichsten Arbeiten am Kanalnetz abschließen. Danach erfolgen die Umbindungen der alten Kanäle und Hausanschlüsse und die zum neuen Kanal gehörigen Schachtbauwerke werden erstellt. So entsteht z. B. das größte Schachtbauwerk in der Hauptpressgrube unterhalb der Straßen Taunusbogen / Reckmannshof. Mit einer Höhe von 26 Metern hat es die Ausmaße eines Hochhauses. Hierzu werden große Mengen mit Einbauteilen, wie z. B. Treppen, Gerüsten sowie Pumpanlagen, angeliefert. Die kreisrunde Start- und Zielgrube wird unterdessen zu einem Regenrückhaltebecken mit einem Volumen von 9.300 m³ umgebaut. Nach Abschluss der baulichen Tätigkeiten am Kanal, erfolgt noch der Rückbau der Baustraßen. Der gesamte Baubereich im Wolfsbachtal wird im Anschluss wieder – in enger Abstimmung mit den Landschaftsbehörden – aufgeforstet. Für die Fußgänger bauen wir dann auf Höhe des Meckenstocker Wegs eine neue Brücke. Ab Ende 2021 übergeben wir dann den Abwasserkanal sowie die Regenrückhaltebecken Ihrer Bestimmung.

Ausmaße eines Hochhauses

Die Kanalbauarbeiten an der Start- und Zielgrube sind komplett abgeschlossen. Nun laufen die Arbeiten zum Umbau der Pressgrube zu einem Regenrückhaltebecken auf Hochtouren. Bevor wir aber mit den eigentlichen Tätigkeiten beginnen können, müssen noch einige vorbereitende Maßnahmen durchgeführt werden.

Zunächst erfolgte die Bergung von Lampen, Kabeln und Maschinerie, die seinerzeit für den Vortrieb benötigt wurden. Nachdem alle nicht mehr benötigten Teile aus der Baugrube entfernt wurden, musste als nächster Schritt das Grundwasser aus der Pressgrube entfernt werden. Dazu war der Einbau von Pumpen notwendig. Denn erst wenn kein Grundwasser mehr den Bauablauf störte, konnten wir mit dem Bau der Bodenplatte beginnen. Die Bodenplatte bildet den Übergang zwischen dem Erdboden und dem Gebäude und besteht in der Regel aus Stahlbeton.

Für den Bau der Bodenplatte waren zunächst sogenannte Bewehrungsarbeiten notwendig. Diese starteten im März 2020.  Bewehrungsarbeiten kommen im Rohbau bei den Stahlbetonarbeiten zur Anwendung und bezeichnen die Verstärkung von Betonbauteilen zur Erhöhung der Tragfähigkeit. Bis das gesamte Bauwerk fertig gestellt ist, ist die Verarbeitung von rund 140 Tonnen Eisen zur Bewehrung  nötig. Etwa 3000 Kubikmeter Beton müssen von etwa 300 Betonmischern angeliefert werden.

Danach geht es mit dem Innenausbau des Regerückhaltebeckens weiter. So muss zum Beispiel ein Treppenhaus eingebaut werden, um später im Inneren des Bauwerks Wartungsarbeiten vornehmen zu können. Denn das Bauwerk hat die Höhe eines Hochhauses. Von der Bodenplatte bis zur Decke ist ein Höhenunterschied von rund 22 Metern zu überwinden. Getragen wird die Decke später einmal von 4 Säulen mit einer Höhe von 21 Metern. Bis die Decke tatsächlich gegossen werden kann, wird es noch bis voraussichtlich Mitte 2021 dauern. 

Letzte Arbeiten am Kanalnetz

Auch im südlichen Bereich der Kanalbaumaßnahme konnten die letzten Abwasserrohre inzwischen verlegt werden. Insgesamt rund 450 Meter neue Kanalrohre mit einem Innendurchmesser von 1,2 Metern fanden bis Ende Mai 2020 ihren Weg ins Erdreich. Lediglich ein letzter Kanalabschnitt mit einer Länge von 85 Metern in Richtung Meckenstocker Weg muss noch erstellt werden. Die Verlegung der Kunststoffrohre mit einem Durchmesser von 0,3 Metern erfolgt im sogenannten Pilotvortrieb. Bei diesem Verfahren wird zunächst ein Pilotrohrstrang bodenverdrängend und -entnehmend vorgetrieben. Somit wird Platz für das neue Kanalrohr im Boden geschaffen. Nachfolgend werden die neuen Kunststoffrohre bei gleichzeitigem Herauspressen oder -ziehen der Pilotrohre vorgetrieben.

Rückbau des alten Regenrückhaltbeckens

Im September2020 schicken wir das alte Regenrückhaltebecken „Tannenhof“ im Wolfsbachtal in Rente. Bis Februar 2021 soll dieses dann zurückgebaut sein. Das Regenrückhaltebecken hatte eine Fläche von insgesamt 1.820 m². Rund 620 m² des Regenrückhaltebeckens wurden seinerzeit mit Beton verdichtet, damit das Regenwasser nicht einfach im Boden versickern konnte. Dieser Teil wurde nunmehr abgebrochen und der Boden und die Böschung wieder aufgefüllt. Auf der freien Fläche können sich Flora und Fauna wieder natürlich entwickeln.

Weitere Pressgruben werden umgebaut

Im Rahmen des Mammutprojektes im Wolfsbachtal wurden insgesamt 41 Baugruben erstellt. Diese dienten z. B. als Start- oder Zielgrube für die Vortriebsarbeiten. Nachdem die Kanalarbeiten abgeschlossen sind, wurden bzw. werden in die Baugruben Schachtbauwerke eingebaut. Bei 5 Bauwerken handelt es sich um Sonderbauwerke. Diese müssen – im Gegensatz zu Standardbauwerken, deren Anlieferung in Fertigteilen erfolgt – vor Ort komplett erstellt werden.

Bei dem größten Bauwerk handelt es sich um das Regenrückhaltebecken, dessen Fertigstellung für August 2021 geplant ist. Bis März 2021 soll die Erstellung der 4 Sonderbauwerke zwischen dem Wolfsbachweg und dem Schuirweg abgeschlossen sein. Allein für den Aushub dieser 4 Pressguben  mussten etwa 5.280 m³ Erde abtransportiert werden. Dies entspricht rund 310 LKW-Ladungen.

Kondition ist gefragt

Der Bau des Regenrückhaltebeckens schreitet gut voran. Mittlerweile sind erste Details, wie z. B. das Treppenhaus. gut zu erkennen. Wenn unsere Kolleg*innen künftig zu Wartungsarbeiten in das Regenrückhaltebecken hinabsteigen, müssen sie einen Höhenunterschied von rund 22 Metern überwinden. Und das ohne Aufzug. Über 112 Treppenstufen und 7 Podeste gelangen die Mitarbeitenden nach unten. Auch hinauf ans Tageslicht geht es dann wieder den gleichen Weg. Auf die 21 Meter hoch aufragenden Säulen soll im Juni 2021 die Deckenplatte gebaut werden.

Bau eines Technikhauses

Nach Fertigstellung des Regenrückhaltebeckens im Herbst 2021, muss noch ein Technikhaus gebaut werden. Dieses steht später unmittelbar neben dem Regenrückhaltebecken. Dort werden verschiedene Steuerungsanlagen und Messgeräte eingebaut. Über die Aufzeichnungsgeräte werden Daten über die Wasserstände, bzw. die Einlaufhöhen im Regenrückhaltebecken aufgezeichnet. Die Steuerungsanlagen sind auch für die Steuerung von 6 Plattenschiebern notwendig, die Ihren Platz im Regenrückhaltebecken finden. Mit Hilfe der Schieber regeln wir den Abfluss des Regenwassers. Damit wird verhindert, dass zu viel Regenwasser auf einmal in den Abwasserkanal fließt. Dies ist besonders bei Starkregen wichtig. Nach Inbetriebnahme des Technikhauses Ende 2021, wird dann das Abwasser aus Bredeney gezielt durch den neuen Abwasserkanal und das Regenrückhaltebecken in Richtung Werden geleitet.

Erster Kanalabschnitt in Betrieb

Nach der erfolgreichen Fertigstellung von 3 Sonderbauwerke zwischen dem Wolfsbachweg und dem Schuirweg, konnte ein erster Kanalabschnitt in Betrieb genommen werden. Auf einer Länge von rund 660 Metern fließt nun das erste Abwasser von der Höhe Wolfsbachweg in Richtung Schuirweg.

Fußgängerbrücke wieder aufgebaut

Um Platz für den Bau von 2 Schachtbauwerken zu schaffen, musste eine Fußgängerbrücke auf Höhe des Meckenstocker Wegs weichen. Diese wurde inzwischen durch einen Neubau ersetzt. Somit können die Spaziergänger*innen wieder ihren gewohnten Weg ins Wolfsbachtal nutzen.

Auch erste Abschnitte der Baustraße konnten inzwischen zurückgebaut werden. Der Bereich vom ehemaligen Regenüberlaufbecken Tannenhof bis Hohlweg konnte im Mai 2021 der Natur zurückgegeben werden. Nach Fertigstellung der letzten Bauwerke erfolgt in enger Abstimmung mit den Landschaftsbehörden die Wiederbegrünung der Flächen. 

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