Gegen die Überschwemmungen in Karnap wird ein Ersatzsystem durch die Stadtwerke Essen gebaut.

Das Ersatzsystem für Essen-Karnap

Baustellentagebuch zum Bau des Systems zur Fremdwasserbeseitigung

Essen liegt im Herzen des Ruhrgebiets und ist unterteilt in insgesamt 50 Stadtteile. Karnap ist einer davon. Mit rund 7.860 Einwohnern und einer Fläche von 4,04 Quadratkilometern ist Karnap einer der kleineren Stadtteile von Essen. Er ist der nördlichste Stadtteil und liegt als einziger nördlich der Emscher. Zudem finden wir hier den geografisch tiefsten Punkt von Essen. Denn Karnap ist betroffen vom ehemaligen Bergbau, der den Stadtteil weiter abgesenkt hat. Damit ist Karnap ein klassisches sogenanntes Poldergebiet. Bei einem Poldergebiet liegt der Wasserspiegel des in der Nähe liegenden Gewässers höher als das Bodenniveau. So kommt es in diesen Gebieten häufiger zu Überflutungen.

Auch in Teilen von Karnap kommt es immer wieder zu überfluteten Kellern der Anwohner und zu Fremdwassereintritt in die Kanalisation. Dem soll nun Abhilfe geschaffen werden, indem ein Ersatzsystem gebaut wird, das das Fremdwasser in Zukunft auffängt und ableitet.

Das "Ersatzsystem Essen Karnap" wird als ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Essen, der Ruhrkohle, der Emschergenossenschaft und der Stadtwerke Essen umgesetzt. Als Eigentümer und Betreiber des Abwassernetzes haben wir als Stadtwerke Essen die Aufgabe, Fremdwasser aus den Abwasserkanälen fernzuhalten. Somit übernehmen wir bei dem Projekt die ausführende Funktion und sind für den Bau und den Betrieb des Ersatzsystems zuständig.

In unserem Baustellentagebuch halten wir Sie über unsere Arbeit in Karnap und den Fortschritt des Baus auf dem Laufenden.

Tagebucheinträge

25.07.2017: Der Drainagebau hat begonnen

Nach den vorbereitenden Maßnahmen in den letzten Monaten werden nun die ersten Drainagerohre in der Straße
Lohwiese verlegt. Der tatsächliche Drainagebau hat damit begonnen! 

Fertigstellung der Pumpschächte

Neben dem ersten Pumpwerk "Im Osterbruch", das sich im östlichen Bereich an der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen
befindet, konnte inzwischen auch das zweite Pumpwerk "Lohwiese" fertiggestellt werden. Dieses befindet sich auf dem
Pumpwerksgelände Horster Mark der Emscher Genossenschaft an der Straße Lohwiese. Nach dem Bau der zwei
Pumpschächte folgt nun noch die Elektronik. 

Verlegung der Druckrohr- und Transportleitungen

Bei der Verlegung der Transportleitungen in der Straße "Im Osterbruch" geht es ebenfalls voran: 150 Meter sind bereits
verlegt. Die Transportleitungen werden später die Verbindung zwischen den Drainagerohren und der jeweiligen
Pumpstation darstellen. Die Baustelle arbeitete sich in den letzten Wochen nach und nach Richtung Ahnewinkel vor.
In den nächsten Tagen geht es dann mit der Verlegung der Rohre im oberen Bereich der Straße Ahnewinkel weiter.
200 Meter Transportleitungen stehen noch aus. 

Außerdem sind die Druckrohrleitungen in Richtung Emscher fast vollständig verlegt. Diese werden zukünftig die
Pumpstationen in Karnap mit der Emscher verbinden, in welche das gesammelte Fremdwasser abgeleitet wird. Als
nächstes startet der Bau des Auslaufbauwerks auf dem Emscherdeich, von wo das Wasser in die Emscher geleitet
werden wird. 

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21.03.2017: Start der Arbeiten in der Straße "Im Osterbruch"

Seit Ende letzter Woche laufen die vorbereitenden Maßnahmen für den Drainagebau in der Straße "Im Osterbruch". Dazu werden zunächst die Transportleitungen verlegt. Diese stellen später die Verbindung zwischen den Drainagerohren und der jeweiligen Pumpstation dar. Um die Rohre für das neue System verlegen zu können, muss die Straße aufgerissen werden. Die Straße "Im Osterbruch" ist daher voll gesperrt. Die sogenannte Wanderbaustelle, bis zu der man die Straße befahren kann, arbeitet sich nun nach und nach Richtung Ahnewinkel vor.

Für den parallel laufenden Druckrohrleitungsbau ist seit dem 17. März auch die Straße Lohwiese halbseitig gesperrt. Hier regelt eine Baustellenampel den Verkehr. Die Druckrohrleitungen sind nach den Transportleitungen die letzte Komponente des Drainagesystems. Sie führen daher direkt zur Emscher. Im Gegensatz zu Transportleitungen, durch die das Wasser allein aufgrund des Gefälles fließt, wird in den Druckrohrleitungen das Wasser durch den Einsatz von Pumpen mit Druck durch die Leitungen befördert.

Fertigstellung des ersten Pumpwerks & Verlegung der Druckrohrleitung

Das erste Pumpwerk "Im Osterbruch" ist bereits fertiggestellt! Dieses befindet sich im östlichen Bereich an der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen. Ende März startet dann der Bau des zweiten Pumpwerks "Lohwiese". Dieses wird sich auf dem Pumpwerksgelände Horster Mark der Emscher Genossenschaft an der Straße Lohwiese befinden.

Außerdem ist bereits etwa die Hälfte der Druckrohrleitungen in Richtung Emscher erfolgreich verlegt. Diese werden zukünftig die Pumpstationen in Karnap mit der Emscher verbinden, in welche das gesammelte Fremdwasser abgeleitet wird. Rund 300 Meter Leitungen müssen noch verlegt werden.

Die Verlegung der Drainagerohre, und damit der tatsächliche Beginn des Drainagebaus, wird dann im Spätsommer beginnen.

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24.01.2017: Bau des Systems zur Fremdwasserbeseitigung kommt in die Gänge

Vorbereitungen sind abgeschlossen

Nachdem sich die Rahmenbedingungen geändert haben, geht es nun richtig los: Die Vorbereitungen für die Errichtung des Ersatzsystems zur Fremdwasserbeseitigung sind abgeschlossen!

Nach Baugrunduntersuchungen, Rodungsarbeiten, Erneuerungsarbeiten einer Wasserleitung sowie der Umlegung von Strom- und Telekommunikationsleitungen, sind nun auch die Sondierbohrungen erfolgreich durchgeführt. Diese dienten zur Überprüfung des Baugrunds auf Kampfmittel aus dem 2. Weltkrieg und waren aufgrund der Verbauungstiefe der zu entstehenden Pumpwerke "Lohwiese" und "Im Osterbruch" erforderlich.

Start: Verlegung der Druckrohrleitung & Errichtung des ersten Pumpwerks

Ab dieser Woche beginnt die Verlegung der Druckrohrleitungen in Richtung Emscher. Diese werden zukünftig die Pumpstationen in Karnap mit der Emscher verbinden, in welche das gesammelte Fremdwasser abgeleitet wird. Für die 600 Meter langen Leitungen ist eine Bauzeit von rund drei Monaten geplant.

Parallel dazu startet der Bau des ersten Pumpwerks "Im Osterbruch", ebenfalls im östlichen Bereich an der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen. Die Baustelleneinrichtung inklusive Baugrube ist bereits erfolgt. Vier Wochen sind für den Bau des Pumpwerks angesetzt. Anschließend wandert die Baustelle westwärts und fährt mit der Verlegung der Drainage- und Transportleitungen fort.

Ab 15. Februar: Beginn des Drainagebaus

Für den Drainagebau werden zuerst die Transportleitungen verlegt. Sie bilden die Verbindung zwischen den Drainagerohren und der jeweiligen Pumpstation. Damit die Rohre für das neue System verlegt werden können, muss die Straße aufgerissen werden. Dazu muss ab dem 15. Februar die Straße "Im Osterbruch" voll gesperrt werden. Hier ist eine Wanderbaustelle geplant, bis zu der man jeweils die Straße befahren kann. In den nächsten sechs Monaten wird sich die Baustelle dann nach und nach Richtung Ahnewinkel vorarbeiten. Die Straßen Ahnewinkel und Lohwiese werden dann jeweils nur halbseitig gesperrt. Jedoch müssen auch verschiedene kleinere Nebenstraßen aufgrund der Arbeiten gesperrt werden.

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24.11.2016: Der Auftrag ist vergeben!

Arbeiten starten noch in diesem Jahr

Nachdem auf die europaweite Ausschreibung zu den ersten beiden Baubereichen, Ahnewinkel und Lohwiese, keine verwertbaren Angebote eingegangen waren, sind im Rahmen eines Verhandlungsverfahrens qualifizierte Baufirmen zu Angebotsabgaben aufgefordert worden. Die Vergabeverhandlungen konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Die Firma Wittfeld hat den Auftrag zur Errichtung des Ersatzsystems in den Bereichen Ahnewinkel und Lohwiese erhalten.

Start der Bauarbeiten

Nach den bereits durchgeführten Baugrunduntersuchungen, Rodungsarbeiten, der Erneuerung einer Wasserleitung sowie der Umlegung von Strom- und Telekommunikationsleitungen wird noch in diesem Jahr mit den Sondierungsbohrungen begonnen. Diese dienen zur Überprüfung des Baugrunds auf Kampfmittel aus dem 2. Weltkrieg.

Parallel zur Kampfmittelsondierung wird die Baustelleneinrichtung stattfinden, mit der die Voraussetzungen zur Realisierung des Bauvorhabens geschaffen werden. Mit der Verlegung der Druckrohrleitungen und dem Bau der Pumpstationen, beides künftige Anlagen der Emschergenossenschaft, wird dann im Januar 2017 im östlichen Bereich an der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen begonnen. Die Baustelle wandert dann westwärts und fährt mit der Verlegung der Drainage- und Transportleitungen für die Stadtwerke Essen fort.

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30.09.2016: Intensive Gespräche mit Baufirmen

Nachdem auf die europaweite Ausschreibung zu den ersten beiden Baubereichen, Ahnewinkel und Lohwiese, keine verwertbaren Angebote eingegangen waren, sind verschiedene Baufirmen zu Angebotsabgaben aufgefordert worden. Aktuell laufen im Rahmen des Vergabeverfahrens intensive Gespräche mit potentiellen Firmen. Nach einem erfolgreichen Abschluss der Vergabeverhandlungen im Oktober und einer entsprechenden Beauftragung der Baufirma Anfang November wird daraufhin der Baubeginn festgelegt werden können.

Vorbereitende Arbeiten abgeschlossen

Die Vorbereitungen für die Baubereiche Ahnewinkel und Lohwiese konnten dagegen schon abgeschlossen werden. So wurden in den vergangenen Monaten beispielsweise 250 Meter Wasserleitungen umgelegt bzw. erneuert. Einige andere Leitungen, wie Strom und Telekommunikation, wurden ebenfalls erfolgreich umgelegt. Auch sind notwendige Baumfällungs- und Rodungsarbeiten erfolgt.

Karnap West: Planungen in Abschlussphase

Beim letzten und zugleich größten und kompliziertesten der insgesamt drei Baubereiche des Ersatzsystems, Karnap West, befindet sich die Ausführungsplanung in der Abschlussphase. Im Anschluss daran wird auch dieser Bereich europaweit ausgeschrieben.

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22.03.2016: Lohwiese: Umlegung der Versorgungsleitungen

Der Bau des Drainagesystems rückt immer näher. In den Bereichen Lohwiese und Ahnewinkel wurden bereits einige Bäume gefällt, damit rund um die betroffenen Bereiche genügend Platz für die Verlegung des Ersatzsystems ist. Nun werden in der Straße Lohwiese abschnittsweise Strom- und Telekommunikationsleitungen umgelegt sowie eine Wasserleitung erneuert. Die ersten 60 Meter sind bereits verlegt. Insgesamt ist für die Erneuerung und Verlegung der Leitungen eine Bauzeit von voraussichtlich sechs Monaten eingeplant.

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12.02.2016: Was steht als Nächstes an?

Rodungsarbeiten

Nach den bereits durchgeführten Baugrunduntersuchungen werden nun in den kommenden Monaten unterschiedliche Vorbereitungen für die Errichtung des Ersatzsystems getroffen, deren Beginn für September geplant ist. Diese Vorbereitungen dienen dem reibungslosen und planmäßigen Bau des Ersatzsystems zur Fremdwasserbeseitigung. Zunächst einmal muss rund um die betroffenen Kanäle genügend Platz geschaffen und damit insbesondere der Weg frei gemacht werden, um mit der Verlegung des Ersatzsystems beginnen zu können. Dafür werden in den Bereichen Lohwiese und Ahnewinkel noch bis Ende Februar Bäume gefällt. Diese Fällarbeiten werden also vorschriftsgemäß innerhalb der Fällperiode abgeschlossen sein. Da es sich bei Karnap West um den aufwändigsten und anspruchsvollsten der drei Bereiche handelt, laufen derzeit noch die Planungsüberarbeitungen. Aufgrund des zeitversetzen Arbeitsbeginns im Bereich Karnap finden auch die Fällarbeiten entsprechend erst später statt.

Erneuerung einer Wasserversorgungsleitung

Darüber hinaus wird ab Februar bzw. März eine Wasserversorgungsleitung in der Straße Lohwiese erneuert. Sie umfasst eine Länge von circa 400 Metern. Da die Wasserversorgungsleitung während der Verlegung des Drainagesystems zu Bruch gehen könnte, ist diese Maßnahme im Vorfeld erforderlich. Zudem wird die Leitung in eine andere Trasse verlegt, weil sie die Bauarbeiten sonst stören würde. Insgesamt wird die Bauzeit für diese vorbereitende Maßnahme voraussichtlich sechs Monate betragen.

Europaweite Ausschreibung

Aktuell steht die Firma, die die Errichtung des Ersatzsystems im Auftrag der Stadtwerke durchführen wird, noch nicht fest. Die Vorbereitung für die europaweite Ausschreibung, deren Prozess von einer Kanzlei begleitet wird, laufen derzeit auf Hochtouren. Da es sich um eine europaweite Ausschreibung handelt, ist der Prozess recht langwierig. Die Auswahl sowie die Beauftragung des am besten geeigneten Unternehmens werden voraussichtlich im August erfolgen. Der Baubeginn wird dann wenige Wochen später daran anschließen.

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01.01.2016: Was bisher geschah…

Bevor die Großbaustelle in Karnap mit insgesamt drei Baubereichen starten kann, müssen wir im Vorfeld zahlreiche Vorbereitungen treffen. Dazu gehören unter anderem Baumfällungen, Leitungsumlegungen und die Untersuchung des Baugrundes. 

Bereits seit vergangenem November wurden die Baugrunduntersuchungen im Bebauungsbereich Lohwiese und Ahnewinkelstraße vorgenommen und konnten mittlerweile abgeschlossen werden. Auch im dritten Baubereich, in Karnap-West, konnten nun Ende Januar die Überprüfungen des Bodens beendet werden. 

Was es genau mit einer Baugrunduntersuchung auf sich hat, erfahren Sie in unserem Bereich „Hintergrundwissen“.

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