Renaturierung des Rellinghauser Mühlenbachs

Das Gewässer wird wieder naturnah

Eng verknüpft mit der zukünftigen Trennung von Bach und Abwasser, die ein sauberes Gewässer erst möglich macht, ist eine naturnahe Wiederherstellung des Rellinghauser Mühlenbachs und seiner unmittelbaren Umgebung. Aus einer tristen „Mondlandschaft“ soll nach und nach wieder ein grüner und vielfältiger Lebensraum entstehen. Im Walpurgistal kümmert sich darum ein in Essen ansässiges Büro für Landschafts- und Umweltplanung.

Langjährige Vorlaufzeit 

Obwohl sich das Walpurgistal noch viele Monate als farblose, von Rohren und Baggern geprägte Baustelle darstellt, blicken die Stadtwerke Essen und die beteiligten Landschaftsarchitekten bei diesem Projekt bereits auf eine langjährige Kooperation zurück. Idealerweise beginnt die Konzeption einer Renaturierung nämlich bereits parallel zur technischen Planung. Für das Mammutprojekt im Walpurgistal arbeiten die Stadtwerke Essen daher bereits seit 2009 mit dem Planungsbüro zusammen. Dieser langjährige Vorlauf, der einen Teil der ökologischen Baubegleitung darstellt, ist vor allem notwendig, um die ansässige Pflanzen- und Tierwelt eingehend studieren zu können. Nur wenn das betroffene Gebiet mit seinen spezifischen Gegebenheiten bekannt ist, können die zuständigen Landschaftsarchitekten die Renaturierung zielführend planen und sich mit allen Beteiligten abstimmen. 

Gewässeraue als Entwicklungsgrundlage 

Nach Abschluss der Kanalarbeiten, die Bach- und Kanalwasser voneinander trennen, wird dem Rellinghauser Mühlenbach zuerst ein neues Gewässerprofil geschaffen, in dem er sich bestmöglich entwickeln kann. Zur Renaturierung zählt auch die Bepflanzung, da für die Kanalbaumaßnahme viel gerodet werden musste. Zunächst wird für den gewünschten Bachverlauf der „Weg“, also eine neue Gewässeraue geschaffen. Unter Aue versteht man den Bereich, der regelmäßig vom Gewässer überflutet wird. Das Bestreben der Landschaftsexperten besteht allerdings nicht darin, das Wasser in strikte Bahnen zu lenken, sondern dagegen Raum zu bieten, auf dem sich der Bach langfristig eigendynamisch entwickeln kann. Idealerweise – auch für die örtliche Tierwelt – wird dies auf der vollständigen Länge des Bachs erreicht, indem der Verlauf komplett offen gestaltet wird. Im Walpurgistal wird die offene Gestaltung teilweise durch Aufschüttungen, die eine veränderte Geländegestalt zur Folge haben,  eingeschränkt. Ein Teil des Verlaufs muss deshalb verrohrt in die Ruhr geführt werden. 

Bepflanzung folgt auf Gewässeraue

Die konkreten Pflanzmaßnahmen finden im Walpurgistal erst nach der Herstellung der Aue statt. Sie werden vermutlich Ende 2016 ausgeschrieben und ab April oder Mai 2017 umgesetzt. Als einer der „klassischen“ Bäume an Fließgewässern wird unter anderem die Schwarzerle entlang der Wasserlinie gepflanzt. Für eine Aufforstung sind insbesondere Stieleichen und Rotbuchen vorgesehen.  Mithilfe der Pflanzmaßnahmen soll der örtlichen Flora Möglichkeiten zur Entwicklung geboten werden, um möglichst schnell wieder ein ansprechendes Landschaftsbild herzustellen.