05.10.2010

Gewalt hat viele Gesichter

Ein Theaterstück zwingt Schüler sich mit dem Thema Gewalt aktiv auseinander zu setzen

Authentische Geschichten über Gewalt und Gewalterfahrung von fünf Betroffenen erzählt, berührten die Schüler von der Katholischen Hauptschule Katernberg, die von der Stadtwerke Essen AG zu dieser Gesprächsrunde eingeladen worden waren.

Auf dem Schulhof, in den Medien, auf der Straße – Gewalt begegnet uns überall. Welche Motive machen einen Menschen zum Täter? Was löst eine Gewalttat in einem Opfer aus? Vier Täter und ein Opfer erzählen fünf Geschichten über Gewalt. Authentische Geschichten, die zu Emotionen, Sympathien und Ablehnung unter den Zuschauern führen.

Schüler der Realschule Essen-West hatten jetzt Gelegenheit, in einer Diskussionsrunde die Geschichte von fünf Betroffenen zu erfahren:

- ein Neonazi, straffällig geworden, muss teilnehmen
- ein Lehrer, desillusioniert, schlug einen Schüler zusammen
- eine Frau, Zeugin einer Vergewaltigung, ging mutig
  dazwischen
- eine Schülerin; erlebte den Selbstmord einer Mitschülerin,
  getrieben von coolen Sprüchen
- ein Ausländer; ein Freund wurde von Rechtsextremen zum
  Krüppel geschlagen; ihm wird das nicht passieren.
- der Moderator Harry Heib, Mitarbeiter der Agentur
  „Mensch – aber wie?“

Während der „Heißen-Stuhl-Phase“ ging es stürmisch her, denn die Schüler hatten Gelegenheit, Fragen zu stellen, Eindrücke zu äußern, Unverdautes zur Disposition zu stellen. Erst am Schluss der Vorstellung erfuhren die Schüler, dass die „Berichtenden“ Schauspieler sind. Sie bestätigten aber, dass ihre Berichte auf tatsächlichen Ereignissen und Vorfällen beruhen. Die Schüler interessierten sich vor allem dafür, was die Schauspieler persönlich mit der gespielten Figur verbindet.