14.03.2011

Erdgastaxen auf den Spuren von Jules Verne

Essener Umwelttaxen umrunden 500 Mal die Erde

Im Jahr 2005 startete das Projekt „Umwelttaxen Essen“ (UTE) in Kooperation mit der Stadtwerke Essen AG. Ziel war und ist es immer noch, durch mit Erdgas betriebene Fahrzeuge Kohlendioxidemissionen (CO2) einzusparen. Zu Beginn fuhren 35 mit Erdgas betriebene Taxen durch die Stadt, bis heute erhöhte sich die Zahl auf 65 Taxen. Das Projekt feiert nun 5-jähriges Jubiläum und läuft auch weiterhin erfolgreich. In diesen fünf Jahren haben die Taxen eine Wegstrecke zurückgelegt, der sie – ganz im Stil von Jules Vernes In 80 Tagen um die Welt – 500 Mal um die Erde führte. 

Die Taxen mit dem umweltschonenden Kraftstoff kamen insgesamt auf eine Fahrleistung von rund 20 Millionen Kilometern. Das würde bedeuten, dass die Taxen zusammen pro Jahr hundert Mal die Erde umrundet hätten (bei einem Erdumfang von ca. 40.000 km). Bei ihrer Erdumrundung haben die Taxen rund 16 Millionen Kilowattstunden Erdgas verbraucht. Dies entspricht der Menge von 1,6 Millionen Litern Diesel und einer beachtlichen CO2-Einsparung von rund 1.600 Tonnen. Erdgas als Kraftstoff ist jedoch, im Gegensatz zu anderen Kraftstoffen wie beispielsweise Diesel, um bis zu 80 Prozent umweltschonender. Bei der Verbrennung von Erdgas werden bis zu 80 Prozent weniger reaktive Kohlenwasserstoffe und Stickstoffoxide produziert. Außerdem entstehen bei der Verbrennung von Erdgas keine Rußpartikeln wie beim Dieselmotor. Daher sind die Essener Erdgastaxen auch nicht von einem möglichen Fahrverbot in den Umweltzonen der Innenstädte betroffen. 

Einer, der dazu beigetragen hat, die beachtliche Summe an Kilometern zurückzulegen, ist Jürgen Kowallik, Mitgesellschafter bei Taxi Süd. Er fährt seit 2004 mit Erdgastaxen und ist überzeugt von der Technik. Für Kowallik spielt vor allem der wirtschaftliche Aspekt eine große Rolle, „besonders bei den Spritpreisen im Moment“. Aber auch der umweltschonende Charakter von Erdgas ist für ihn von Bedeutung. „Leider ist den meisten Kunden noch nicht bewusst, dass sie in Essen auch Umwelttaxen bestellen können“, bedauert Kowallik. Jedoch wächst das Interesse dafür immer mehr. Sitzen die Kunden erstmal drin in seinem Umwelttaxi, sprechen sie ihn regelmäßig auf das Thema Umwelt und Erdgas an, wodurch sich interessante Gespräche entwickeln. „Oft sind die Kunden erstaunt, dass sie in einem Erdgastaxi sitzen, weil der Motor sehr leise ist“, so Jürgen Kowallik. Denn ein mit Erdgas betriebenes Fahrzeug ist nicht nur während der Fahrt leiser als ein Diesel-Fahrzeug. „Am Halteplatz denke ich ständig, ich hätte das Auto ausgemacht, da es selbst im Stand trotz laufendem Motor so leise ist“, erzählt Jürgen Kowallik.
 
Anfang 2011 hat sich das Logo der Umwelttaxen einer Verjüngungskur unterzogen und ein paar kleine Änderungen erfahren, doch der UTE-Schriftzug blieb bestehen. Zu erkennen sind die Umwelttaxen jetzt am bekannten UTE-Schriftzug und dem großen, grünen Blatt auf der Seite des Fahrzeugs – das Logo für Erdgas. Als Erkennungsmerkmal für mit Erdgas betriebene Autos erhält das neue Symbol außerdem den Zusatz „Natürlich mobil“. Denn Erdgas ist ein natürlicher Kraftstoff, der wenig CO2 produziert.