15.07.2011

"Julia und die Romeos schuften auf der Bühne"

Stadtwerke Essen AG verlost Theater-Workshop zum Klimawandel

Frisch verliebt! Da ist die Welt rosarot, der Himmel hängt voller Geigen. Wie anders als sonnig könnte da die Zukunft aussehen, wenn man jemanden gefunden hat, der mit einem Pläne schmiedet?

Dass der Klimawandel diese durchkreuzen könnte – daran verschwendet man keinen Gedanken. Doch genau das haben jetzt  die Schüler der Geschwister-Scholl-Realschule gemacht. Die Schüler hatten beim Preisausschreiben der Stadtwerke Essen AG fünf Tage Projektarbeit mit zwei professionellen Schauspielern vom Theater ‚Die Mimosen’ gewonnen.

„Romeo und Julia in Zeiten des Klimawandels“, so lautete das Arbeitsmotto für diese Woche. Wie das unglückliche Liebespaar in die Moderne übertragen werden kann, erarbeiteten Schüler und Schauspieler im Rahmen einer Projektwoche. Gemeinsam entwickelten die Schauspieler mit den Schülern ein Stück, das sich mit der aktuellen Klimadiskussion beschäftigt.
„Das Thema interessiert mich nicht sehr.“ – „Ich habe genug eigene Sorgen.“ – „Es ist besser für die Welt, wenn die Menschen nicht mehr da sind.“ – „Es ist doch eh schon alles zu spät.“ Worte der Schüler, die verstören und gleichzeitig betroffen machen.
Aus all‘ den Szenen, Ideen und Meinungen wurde ein kleines Stück: Zunächst sah das Publikum eine starke Konfrontation mit den unterschiedlichsten Sätzen zum Klimawandel, als Gruppenszene und in Form einer TV-Talkrunde. Dann ein Drama: Zwei Jugendliche kommen einander näher, obwohl ihre Banden (die „Julia“ und die „Romeos“) sich fiese Streiche spielen. Die Gruppen schmähen die Verliebten als „Verräter“, woraufhin ein Schuss hörbar wird.

Das folgende hilflose Schweigen, das Weglaufen, das Unvermögen zur Versöhnung und zum Durchbrechen der beiderseitigen Starre stellten die Schüler in kleinen Gruppenszenen dar. Schonungslos. Ihre Sozialkritik entlarvt wie beim „Klimawandel“ die Ich-Bezogenheit der Menschen als Hauptproblem. Der Vernunft regiert dabei nicht. Die Geschichte nimmt kein gutes Ende und erfährt am Ende keine Entspannung. Die bringt erst der Applaus.