13.07.2012

Auf Entdeckungstour am Stadthafen

Anodenkohlen aus China, Dolomitsand aus Belgien oder Kies vom Oberrhein– am Stadthafen Essen kann man die Luft der großen weiten Welt schnuppern. Das durften nun auch die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Bockmühle erfahren. Bei der Aktion „Schiffe, Hafen und Co.“ der Stadtwerke Essen AG hatten sie einen Hafenrundgang mit Hafenmeister Knut Winnacker gewonnen. In rund zwei Stunden erkundeten sie das 1,2 Millionen Quadratmeter große Gelände und gingen gemeinsam auf Entdeckungstour.

„Der Stadthafen ist ein Umschlagplatz. Das bedeutet, dass die Güter hier nur zum Weitertransport ankommen“, erläutert Knut Winnacker den Schülern zu Beginn. „Manche Waren haben ihren Weg bereits in China begonnen. Über Rotterdam oder Antwerpen werden sie per Schiff ins Ruhrgebiet transportiert. Oft ist der Weg aber auch hier noch nicht beendet, sodass sie dann auf LKWs oder die hafeneigene Bahn verladen werden, um ihr Ziel zu erreichen.“

Knut Winnacker führt die Schüler über das Hafengelände, immer entlang an den Gleisen der Hafenbahn. An der ersten Station schauen die Jugendlichen gespannt nach oben. Über ihnen ragt ein großer Kran in den Himmel, vor ihnen erstreckt sich das weitläufige Hafenbecken. „Mit diesem Kran werden die Güter entweder vom Schiff an Land gebracht oder andersherum, vom Land aufs Schiff. Die Güter werden gelöscht, sagt man auch dazu“, erklärt der Hafenmeister der interessierten Schulklasse. „Insgesamt kommen an diesem Hafen pro Jahr ca. 1 Million Tonnen Güter an.“ Die Gruppe ist beeindruckt. Schließlich ist hier am Hafen alles etwas größer: die fünf blauen Kräne, die Silos zur Materialaufbewahrung und auch die Schiffe, die an diesem Tag mit riesigen Kohlebergen beladen sind. Schnell wollen sie noch mehr erfahren über diesen Ort, an dem das ganze Jahr über reger Betrieb herrscht.

Also geht es weiter auf die andere Seite des Hafenbeckens, wo die Schulklasse zunächst auf große Hügel aus Glasscherben, Kies und Dolomitsand trifft. Etwas weiter entfernt ragen riesige Trichter in den Himmel, unter denen LKWs genügend Platz finden. Wofür diese da sind? „Damit werden die Güter vom Schiff auf den LKW verladen. Durch den Trichter können die Materialien leichter und ohne Verlust auf die Ladefläche gebracht werden“, weiß Knut Winnacker. Der Weg der Gruppe führt weiter bis an den Rhein-Herne-Kanal, wo die Schüler erfahren, dass auch Schiffe sich an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten müssen. Wenn sie zu schnell sind, kann es auch schon mal vorkommen, dass sie von der Wasserschutzpolizei geblitzt werden.
Auf dem Rückweg kommt die Klasse noch mal an einem weiteren Sandhügel vorbei. Mit Erlaubnis des Hafenmeisters und der begleitenden Lehrer erstürmen die Schüler den Hügel und rutschen lachend wieder hinunter.

Am Ende der Führung hat die Gruppe das gesamte Gelände erkundet. Sie wissen nun, wie ein moderner Hafenbetrieb vonstatten geht und dass auch vom Ruhrgebiet aus die ganze Welt per Schiff zu erreichen ist.