31.10.2012

"Müde Eisbären können nicht mehr ausruhen"

Stadtwerke Essen AG lädt Grundschüler ein

Was habe ich mit den Eisbären zu tun?  Kinder können sich nur schwer vorstellen, was „Klima“ oder „Erderwärmung“ bedeuten. Am fassbaren Beispiel des Nordpols aber begreifen sie schnell, dass ihr Handeln sich auswirkt. In einem Projekt mit der Deutschen Umwelt-Aktion e.V. sorgt die Stadtwerke Essen AG im Rahmen des Jugendmarketing für erlebnisreichen Unterricht, der Langzeitwirkung bei den Kleinen entfalten soll. Den Kindern gefällt’s.

Die Unterrichtsreihe startete jetzt in der Grundschule an der Rahmstraße. Birgit Kaiser, pädagogische Mitarbeiterin der Dt. Umwelt-Aktion e.V. führte behutsam die Kinder der zweiten Klasse zum äußersten Ende unseres Planeten, ins ewige Eis. Ewig? „Noch niemals zuvor konnten Menschen einfach mit einem Schiff am Nordpol vorbeifahren“, berichtet sie den Schülern im Stuhlkreis. „In diesem Jahr aber schon - zum allerersten Mal.“ Das „Warum“ schwebt spürbar in der Luft. „Weil so viel Eis geschmolzen war!“ Dass das schlimm ist, wissen die Kinder schon: „Und wo gehen dann die Eisbären hin, wenn sie müde sind?“ fragen sie. Denn zuvor haben sie gelernt, dass nach drei Stunden schwimmen im Wasser jeder Eisbär Pause auf einer Eisscholle machen muss.

Kindgerecht, lebendig, spannend und abwechslungsreich gestaltet Birgit Kaiser die gemeinsame Reise an den Nordpol und erklärt damit die Klimazusammenhänge der Erde. Informationen, Fragen an die Kinder, ein Singspiel und Bastelei: Vielseitige Reize verankern die Botschaft dieses Morgens in den jungen Köpfen: Du beeinflusst mit deinem Verhalten das Klima auf der Erde und das Leben der Eisbären.

Erlebnispädagogik bildet Bewusstsein für Verantwortung
Genau dieser Lerneffekt soll eintreten. „Wir besuchen dreißig Schulklassen damit“, beschreibt Ingeborg von der Linden, Mitarbeiterin der Stadtwerke Essen AG, die Aktion. „Wir wollen bei den Jüngeren ansetzen und bei ihnen ein Bewusstsein dafür fördern, wie wichtig das eigene rücksichtsvolle Verhalten für die Erde ist.“
In Altenessen sammeln die Kinder Beispiele dafür, was Strom verbraucht. Computer wird schnell genannt, Play Station, X-Box und Fernseher, aber auch Staubsauger, Waschmaschine, Zahnbürste und das Kochen. Nach über einer Stunde im Stuhlkreis heißt es: schauspielern. Alireza bekommt als Eisbär ein Fell über den Rücken. Nana und Malek werden jeweils zur Eisscholle und verschwinden unter weißen Fleece-Decken. Kasi als Sonne wedelt hoch oben vom Stuhl aus mit einem gelben Tuch. Alle anderen bilden die „Schutzschicht“ (Gashülle) und werden immer dicker und dicker. Die Erde erwärmt sich, die Eisschollen schmelzen. So begreifen die Kinder ganz direkt, was es heißt, wenn der Eisbär kein Eis zum Ausruhen findet: Alireza krabbelt umher und kann nicht anhalten.

Am Ende basteln die Kinder kleine blaue Eisbären-Sticker. Die sollen sie überall dorthin kleben, wo sie in ihrem Leben etwas für die Eisbären tun können. Nur die Hälfte des Lichts anmachen, öfter mit dem Rad fahren anstatt mit dem Auto, den Computer nach Gebrauch sofort ausstellen. Sie fangen gleich im Klassenzimmer an und wollen zuhause weiterkleben. Die Eisbären werden sie noch lange daran erinnern: Es kommt auf das Verhalten jedes Einzelnen an.