29.05.2012

"Reden ist Gold"

Stadtwerke Essen AG vermittelt soziale Kompetenz

Der Schule obliegt heute die Aufgabe, Voraussetzungen zu schaffen, jungen Menschen Chancen auf einen qualifizierten Ausbildungsplatz zu ermöglichen. Berufswahlvorbereitung der Jugendlichen in der Schule macht den Aufbau und die Koordination eines Netzwerks von Akteuren innerhalb und außerhalb der Schule notwendig.

Die Stadtwerke Essen AG als Energieversorger für die Menschen dieser Stadt kommt nicht nur tagtäglich ihrem Versorgungsauftrag nach, sondern unterstützt auch das öffentliche Leben in vielen Bereichen. Da das Unternehmen selbst ausbildet, kennt man dort die Probleme der Jugendlichen bei der Berufswahl, denen man immer wieder auch in Vorstellungsgesprächen begegnet. Ein altes Sprichwort besagt „Schweigen ist Gold“, doch wenn es darum geht, auf dem Weg zur Ausbildung die erste Hürde - das Vorstellungsgespräch - zu meistern, ist Kommunikation angesagt.

Unter dem Titel „Reden ist Gold“ fanden im April und Mai bei der Stadtwerke Essen AG insgesamt sieben ganztägige Workshops für Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse statt. Kommunikationstrainer Willibert Michels bot rund 180  Jugendlichen kein klassisches Bewerbungstraining, sondern fesselte sie mit Beispielen und vielen praktischen Übungen zu den Themen Kommunikationsfähigkeit, Körpersprache und Werteorientierung. Die Klassen, die das Training gewonnen hatten, kamen aus unterschiedlichen Schulformen. Die Bandbreite reichte vom Berufskolleg, über Haupt- und Realschule bis zum Gymnasium. Allen Teilnehmern war schnell klar: Kommunikation ist nicht einfach. Wir müssen konkret werden!

Die eigenen Stärken erkennen
Neben dem Austesten von Kommunikationstechniken ging es dem Trainer darum, den Jugendlichen die eigenen Stärken bewusst zu machen. Einer hilft in einem Jugendhaus, ein anderer kann gut mit Werkzeugen umgehen oder anderen zuhören, wenn sie Probleme haben. Wer über seine Stärken spricht, hat eine ganz andere Ausstrahlung als jemand, der um seine Schwächen herum redet. Angereichert wurde das neu erworbene Wissen durch Hilfestellungen zur Einschätzung des Gegenübers bei Bewerbungsgesprächen. Ist der potenzielle Chef oder der Ausbildungsleiter eher ein Macher, ein Entertainer, ein Analytiker oder ein Beziehungstyp? Wie bekomme ich heraus, an welchen Werten er sich orientiert?
Ergänzt wurden die Informationen durch einen kurzen Beitrag aus dem Personalbereich der Stadtwerke, der die neuen Erkenntnisse bestätigte und weitere Praxisbeispiele lieferte.

Der „heiße Stuhl“
Mit diesem geballten Wissen wagten sich einige Jugendliche abschließend auf den „heißen Stuhl“ und bestanden Bewerbungssituationen mit Bravour. „Ich hatte auf einen spannenden, abwechslungsreichen Tag gehofft, der neben Lebenshilfe und Informationen auch viel Spaß bringt – meine Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt. Ich bin mir sicher, dass meine Schülerinnen und Schüler viel Positives aus diesem Seminar für ihr weiteres Leben ziehen können. Ich hoffe, dass die Stadtwerke auch im nächsten Jahr so ein tolles Kommunikationstraining ermöglichen.“, betont Uli Lenser, Lehrer an der Katholischen Hauptschule Katernberg.