04.04.2012

Viel fahren und wenig zahlen

Mit Erdgasautos den Spritpreisen ein Schnippchen schlagen 

Die Osterfeiertage stehen vor der Tür und die lang ersehnte Urlaubsreise kann beginnen. Angesichts der hohen und immer weiter steigenden Spritpreise dürften Deutschlands Autofahrer jedoch nicht nur beim Koffertragen ins Schwitzen kommen. Denn für einen Liter Super legen wir derzeit 1,72 Euro auf die Tankstellentheke und für den ehemals so günstigen Kraftstoff Diesel zahlen wir mittlerweile 1,53 Euro. Preise, die einem die Schweißperlen schon mal auf die Stirn treiben können.

Erdgasautobesitzer können ihrer Urlaubsreise gelassener entgegen sehen. Auch im europäischen Ausland sind ausreichend Erdgastankstellen vorhanden, so dass der Reise mit dem Auto mit alternativem Antrieb nichts im Wege steht.

Millionensegen für Erdgastanker
Erdgastanker in Essen hatten im letzten Jahr rund 1,7 Millionen Euro mehr in der Tasche.
Das gesamte vertankte Erdgas an den Essener Erdgastankstellen entspricht rund 800.000 Liter Diesel und etwa 1,3 Millionen Liter Benzin.
Durch die preislichen Differenzen zwischen Erdgas und den herkömmlichen Kraftstoffen, hatten die Erdgasnutzer Grund zur Freude und sparten bares Geld.

Preisvorteil bei Erdgas
Wirft man einen Blick an die Zapfsäulen Essener Tankstellen und vergleicht den Preis von Erdgas mit dem anderer Kraftstoffe, ist sofort eine große Preisspanne zu erkennen.
Für ein Kilogramm Erdgas zahlt der Autofahrer 0,99 Euro. Im Gegenteil dazu muss er für Diesel schon 1,53 Euro je Liter ausgeben und für Super sogar 1,72 Euro (Stand: 04.04.2012).

Der Preisunterschied und vor allem die Ersparnis, die der Verbraucher beim Erdgastanken erzielt, werden bei folgender Rechnung noch deutlicher und anschaulicher:
Ein VW Passat TSI Benzinfahrzeug verbraucht auf 100 Kilometern rund 7,3 Liter Superbenzin, ein TDI 6,2 Liter Diesel und ein Passat TSI, der mit Erdgas betankt wurde, benötigt für 100 Kilometer 4,5 Kilogramm Erdgas. Bei den aktuellen Preisen zahlt man für die Strecke mit dem Benziner etwa 12,60 Euro, mit dem Diesel circa 9,50 Euro und mit dem Erdgasauto rund 4,60 Euro. Im Vergleich zum Benzinfahrzeug sind dies 8 Euro Ersparnis auf 100 Kilometern.

Geht man nun von einer Gesamtfahrleistung von 20.000 Kilometern im Jahr aus, so wird die Ersparnis gegenüber Benzin- und Dieselfahrzeugen richtig deutlich: Während Sie für den Kraftstoff eines Benziners im Schnitt 2.520 Euro und für den eines Dieselfahrzeuges etwa 1.900 Euro im Jahr ausgeben, zahlen Sie für ein Erdgasfahrzeug bei gleicher Fahrleistung lediglich 900 Euro im Jahr. Das ergibt eine Ersparnis von rund 1.600 Euro im Jahr gegenüber eines Benzinfahrzeuges.*

Der Trend geht zum Erdgasfahrzeug
Immer mehr Menschen lassen sich die Kosteneinsparung nicht entgehen und satteln auf Erdgasfahrzeuge um. Allein in Essen sind mittlerweile rund 1000 Autos mit dem alternativen Antrieb unterwegs. Durch die Nutzung von Erdgas als Kraftstoff anstatt von anderen Kraftstoffen ergibt das eine CO2-Ersparnis von rund 1.500 Tonnen pro Jahr für die Ruhrgebiets-Stadt.

Neben der offensichtlichen Einsparung von Geld hat Erdgas aber auch den Vorteil, ein umweltschonenderer Kraftstoff zu sein. Hauptbestandteil von Erdgas ist Methan, einer der kohlenstoffärmsten Brennstoffe. Bei der Verbrennung entstehen, im Gegensatz zum Dieselmotor, keine krebserregenden Rußpartikel und auch kein Abgasgeruch. Der geringere Schadstoffausstoß eines Erdgasautos kann mit 80 Prozent im Vergleich zu Benzin- und Dieselfahrzeugen beziffert werden.

UTE – Die Umwelttaxen Essen
Im Jahr 2005 startete das Projekt „Umwelttaxen Essen“ (UTE) in Kooperation mit der Stadtwerke Essen AG. Ziel war und ist es immer noch, durch mit Erdgas betriebene Fahrzeuge Kohlendioxidemissionen (CO2) einzusparen.
In Essen fahren mittlerweile 65 UTE-Taxen tagtäglich ihre Strecken und schonen Umwelt und Portemonnaie gleichermaßen.

Jürgen Kowallik, Mitgesellschafter bei Taxi Süd, fährt seit 2004 mit Erdgastaxen und ist überzeugt von der Technik. Für Kowallik spielt vor allem der wirtschaftliche Aspekt eine große Rolle, „besonders bei den Spritpreisen im Moment“. Aber auch der umweltschonende Charakter von Erdgas ist für ihn von Bedeutung. „Leider ist den meisten Kunden noch nicht bewusst, dass sie in Essen auch Umwelttaxen bestellen können“, bedauert Kowallik. Jedoch wächst das Interesse dafür immer mehr. Sitzen die Kunden erstmal drin in seinem Umwelttaxi, sprechen sie ihn regelmäßig auf das Thema Umwelt und Erdgas an, wodurch sich interessante Gespräche entwickeln. „Oft sind die Kunden erstaunt, dass sie in einem Erdgastaxi sitzen, weil der Motor sehr leise ist“, so Jürgen Kowallik. Denn ein mit Erdgas betriebenes Fahrzeug ist nicht nur während der Fahrt leiser als ein Diesel-Fahrzeug. „Am Halteplatz denke ich ständig, ich hätte das Auto ausgemacht, da es selbst im Stand trotz laufendem Motor so leise ist“, erzählt Jürgen Kowallik.


Zusatzinformationen:

Erdgastankstellen im Essener Stadtgebiet

Die Stadtwerke versorgen in Essen insgesamt fünf Tankstellen (eine der Tankstellen ist betriebseigen) mit Erdgas:

- Aral-Tankstelle an der Holsterhauser Straße 2
- Aral-Tankstelle an der Rellinghauser Straße 302
- Aral-Tankstelle an der Ernestinenstraße 157
- Aral-Tankstelle an der Gladbecker Straße 398 a

Wer sich für ein Erdgasauto entscheidet, hat nicht nur vielfache Möglichkeiten, in Essen zu tanken, sondern profitiert auch von dem vom Staat bis 2018 garantierten, um 80 Prozent geringeren Mineralsteuersatz für Erdgas im Vergleich zu anderen Kraftstoffen.

*Zu Grunde liegende Daten wurden als Richtwerte genommen: VW Passat, TSI Benzin Motor 7,3 l; TDI Blue Motion Dieselmotor 6,2 l; TSI Eco Fuel Erdgasmotor 4,5 kg; Kraftstoffverbrauch jeweils pro 100 km.