13.11.2013

Energieexperten von morgen

Energieberatung mit den Stadtwerken Essen an der Goetheschule

An zwei Vormittagen verlief der Physikunterricht für die 6. Klassen des Städtischen Gymnasiums Goetheschule anders als gewohnt. Statt des Physiklehrers bestritt Michael Fritsch, Energieberater der Stadtwerke Essen, den Unterricht mit Informationen über Energieerzeugung und Energiesparmaßnahmen. Die Mädchen und Jungen machten begeistert mit, so dass die Schulstunden wie im Flug vergingen.

Zum Einstieg berichtete Michael Fritsch, wie in Wohnhäusern Energie eingesetzt wird und welche Heizungen es gibt. Immer wieder wurde er von Zwischenfragen unterbrochen, die zeigten, wie sehr das Thema die Sechstklässler interessiert. Besonders spannend fanden sie die Frage: Wie kann man konkret Energie einsparen? „Enorm, welche Vorkenntnisse die Kinder bereits hatten. Welcher Erwachsene weiß schon, dass die Idealtemperatur im Schlafzimmer bei ca. 16 °Celsius liegt“, so Michael Fritsch. Durch einen Film über Thermografie führte er sein jugendliches Publikum an das Thema thermische Hüllen an Wohngebäuden heran. Der Film zeigte, welche energetischen Schwachstellen es an Wohnhäusern gibt und wie man sie beheben kann. Im Anschluss berichteten die Schülerinnen und Schüler von ihren Erfahrungen mit undichten Fenstern, zu kalten oder zu warmen Zimmern und von ihren Heizgewohnheiten. Fritsch nutzte die Praxisberichte, um Tipps zum richtigen Lüften oder zu einfachen aber wirksamen Dämmmaßnahmen zu geben. „Die Dreiviertelstunde war schneller um, als ich gedacht hatte. Der Unterricht hat mir richtig Spaß gemacht – den Kindern offensichtlich auch“, fasst der Energieberater zusammen.

Junge Energieexperten im Einsatz
Der Energieberater war nicht mit leeren Händen gekommen. Er hatte Thermometer mitgebracht, die für die 5., 6. und 7. Klassen bestimmt sind. „Die Thermometer wollen wir für ein Projekt einsetzen, das im Zusammenhang mit den Besuchen des Energieberaters steht“, erläutert Dr. Nicola Haas, Direktorin der Goetheschule uns selbst Lehrerin für Mathematik und Physik. Die Schule plant, aus Schülerinnen und Schülern der 6. Klassen junge „Energieexperten“ zu machen. Ihre z.B. durch die regelmäßige Beobachtung von Raumtemperaturen erworbenen Kenntnisse sollen die Sechstklässler dann an Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen weitergeben. „Uns ist wichtig, dass Wissen nicht nur von Lehrern vermittelt wird. Gerade wenn man von fast Gleichaltrigen lernen kann, wie Stoßlüften funktioniert, dass man Licht und elektronische Geräte ausschalten soll, wenn man den Raum verlässt, dann ist der Lerneffekt umso höher“, ist sich Haas sicher. „Es ist eine gute Idee, dass in den 6. Klassen Energiebeauftragte gewählt werden, die das Energiesparverhalten der eigenen Klasse im Auge behalten und ihr Wissen an jüngere Mitschüler weitergeben,“ stimmt  Fritsch zu, der sich über die Unterstützung seiner Arbeit durch die Nachwuchsenergieberater freut.