30.04.2013

Wasser im Einkaufskorb

Stadtwerke Essen AG lädt Schüler ein zur Spurensuche

Wenn wir den Begriff „virtuell“ in anderen Zusammenhängen verwenden, so wird  meistens ein Zustand wie  „nicht wirklich, nur in der Vorstellung vorhanden“ damit umschrieben. Kann es Wasser geben, das in der Vorstellung vorhanden ist?
Die Stadtwerke Essen AG, die seit 145 Jahren die Bewohner dieser Stadt mit dem Lebensmittel Nr. 1 versorgt, ging dieser Frage nach und lud Essener Schüler zu einer besonderen Unterrichtsstunde ein. Christina Schultz, pädagogische Mitarbeiterin der Dt. Umweltaktion e.V. besuchte jetzt im Auftrag der Stadtwerke Essen mehrere Schulen und startete in einer siebten Klasse des B.M.V. Gymnasiums.

Für den kleinen Hunger zwischendurch?
Zwar ist in Deutschland der tägliche Haushaltswasserbedarf auf weniger als 130 Liter pro Person zurückgegangen. Doch dass auch für die Produktion von Lebensmitteln und alltäglichen Konsumgütern, die man nicht unmittelbar mit Wasser in Verbindung bringt, dieses Element  benötigt wird, war den Schülerinnen nicht bewusst.
So staunten alle nicht schlecht, dass allein für die Herstellung eines Hamburgers rund 2.400 Liter benötigt werden. Denn die Intensivhaltung von Nutztieren ist meist mit der Verwendung von Kraftfutter verbunden. Nach drei Jahren Aufzucht hat ein Rind 24.000 Liter Wasser zum Tränken gebraucht, von dem allein 15.300 Liter für das Futter aufgewendet wurden.
Auch die Herstellung der heißgeliebten Jeans schlägt mit weltweit durchschnittlich 11.000 Liter an virtuellem Wasser zu Buche. Sowohl für die Bewässerung der Baumwollfelder als auch für die weiteren Verarbeitungsschritte wird Wasser benötigt.
Ein weiteres Beispiel aus der Lebenswelt der Schüler: die elektronischen Komponenten eines Computers können nur mit erheblichem Wasseraufwand gewonnen und verarbeitet werden. Rund 20.000 Liter Wasser kommen zum Einsatz. Allein hinter einem Mikrochip, der kaum noch sichtbar ist, stecken schon 32 Liter virtuelles Wasser.
So erfuhren die Schülerinnen des B.M.V.-Gymnasiums., dass wir  viel mehr Wasser durch Veränderung unseres  Konsumverhaltens sparen können als es Einsparmöglichkeiten im Haushalt gibt.