11.08.2014

100 Jahre Rhein-Herne-Kanal: Der Hafen Essen als Teil der (Erfolgs-)Geschichte

Allerorts wird in diesen Tagen dem einhundertsten Jahrestag des Ausbruches des Ersten Weltkriegs gedacht, der auch für unsere Stadt und das gesamte Ruhrgebiet von großer Bedeutung war. Die Region an Rhein und Ruhr galt als Waffenschmiede des Reiches und wurde in den Nachkriegsjahren als wichtigstes deutsches Kohlerevier von französischen Soldaten besetzt.

Ein weiteres, für das Ruhrgebiet wirtschaftlich ebenso prägendes Ereignis feiert in diesem Sommer sein "Hundertjähriges": Die Rede ist vom Rhein-Herne-Kanal, der wenige Tage vor Kriegsbeginn am 17. Juli 1914 eröffnet wurde.

Der Rhein-Herne-Kanal als industrielles Zeugnis
Das von Zechen, Hochöfen und Kokereien geprägte Ruhrgebiet benötigte künstliche Wasserstraßen, um die Erzeugnisse in die anderen Teile des Deutschen Reiches und in das Ausland zu transportieren. 1906 begannen die Arbeiten am parallel zur Emscher verlaufenden Kanal. Acht Jahre später konnte die heute knapp 45 Kilometer lange Wasserstraße, die die wichtigen Industriestädte Oberhausen, Essen, Gelsenkirchen und Herne verbindet, in Betrieb genommen werden.

Die Bergwerke, Kokereien sowie Hüttenwerke der angrenzenden Städte sind mittlerweile größtenteils Geschichte, die Natur hat sich ihren Lebensraum an den alten Industrieanlagen schrittweise zurückerobert. Der Rhein-Herne-Kanal ist heute aber nicht nur Zeugnis der industriellen Vergangenheit unserer Region, sondern nach wie vor eine der wichtigsten Binnenschifffahrtsstraßen Deutschlands.

Zum Erfolg des Rhein-Herne-Kanals tragen seit dessen Eröffnung in jenem Sommer 1914 vor allem die anliegenden Stadthäfen bei, zu denen auch der von den Stadtwerken Essen betriebene Hafen im Norden Essens zählt.

Hafen Essen vor 80 Jahren gegründet
In Zeiten wirtschaftlicher Not in der Weimarer Republik erbaut, wurde der Essener Hafen vor achtzig Jahren, am 1. April 1934, eröffnet. In den Folgejahren bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 wurden im Essener Norden vor allem Ton- und Glaswaren sowie Nahrungs- und Genussmittel umgeschlagen.

1942 geriet der Stadthafen erstmals ins Visier alliierter Luftangriffe. Die Schäden wurden rasch beseitig, vier Jahre nach Ende des Krieges (1945) waren bereits knapp 50 Firmen im Hafen angesiedelt. In den 1960er Jahren wurde der Ausbau des Hafens vorangetrieben, der sich auch auf veränderte regionale Strukturbedingungen einstellen musste.

1987 übernehmen die Stadtwerke die Hafenverwaltung
Im Juni 1987 wurde der bis dahin als städtischer Eigenbetrieb geführte Hafen auf die Stadtwerke Essen übertragen. Heute, 80 Jahre nach seiner Inbetriebnahme, ist der Hafen Essen nicht nur Teil der Stadtgeschichte, sondern auch ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt für den Güterumschlag im Herzen des Ruhrgebiets.

"Dank der Nähe dreier Autobahnen und der guten Anbindung unseres 20 km langen Gleisnetzes an das der Deutschen Bahn AG ist der Hafen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor unserer Stadt", erläutert Christin Nottenbohm, Sprecherin der Stadtwerke.

Jährlich wird hier rund eine Million Tonnen Schiffsfracht gelöscht oder geladen. Die Hauptumschlagsgüter sind heute neben Maschinen, Halb- und Fertigwaren vor allem Flüssiggüter, Erze und Metallabfälle. Auf dem rund 1,2 Millionen m² großen Hafengelände, das über eine Gesamtwasserfläche von 63.000 m² verfügt, sorgen vier leistungsfähige Brücken- und Portalkrane sowie umfangreiche Lagerflächen für eine erstklassige Infrastruktur.


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Pressebild als JPG herunterladen (Quelle: Stadtwerke Essen AG)