16.04.2015

Handarbeit statt Unterricht

Stadtwerke Essen luden ein

Ballbesitz, Bewegung und Begeisterung: Der 27-fache Handball-Nationalspieler und Ex-TUSEM-Profi Stephan Krebietke bringt den Handball an die Alfred-Krupp-Schule.

Ein kurzer Blick nach oben, eine Körpertäuschung, dann spielt Neymar den langen Ball quer übers Feld, passgenau auf Messi. Annahme, Abschluss – verwandelt. Typisch Barcelona? Nicht ganz. Denn in den Trikots der südamerikanischen Edeltechniker waren die Fünftklässler Sercan und Bencan am Ball. Nicht im Stadion, sondern in der Sporthalle der Alfred-Krupp-Schule in Holsterhausen. Und gespielt wurde nicht Fußball, sondern Handball.

Das Gymnasium hatte im vergangenen Jahr an einem Preisausschreiben der Stadtwerke Essen teilgenommen und als eine von drei Schulen ein Handballtraining unter Regie eines ehemaligen WM-Teilnehmers gewonnen. Statt Deutsch und Mathematik auf dem Stundenplan, stand jetzt mit Stephan Krebietke der 27-malige frühere Nationalspieler in der Sporthalle. 

Passen und Fangen

Ein Pfiff genügt, schon hat Krebietke, heute sportlicher Leiter beim TUSEM, die volle Aufmerksamkeit der Schüler. Nach einem kurzen Aufwärmprogramm kommen die Handbälle ins Spiel: Mattenball, eine Übungsform, bei der Passen, Fangen, Freilaufen und das Auge für den Mitspieler geschult werden. „Passen und Fangen“, erklärt Krebietke, „das sind die Grundvoraussetzungen für das Handballspiel.“ „Es ist schön zu sehen, wie die Schüler Spaß am Training haben und mitziehen“, lobt Sportlehrer Stefan Kühl, der wie seine Kollegen gegen die Folgen von Bewegungsmangel der Kinder arbeitet. „Viele haben bereits im Alter von zehn Jahren erhebliche motorische Defizite. Da ist es nicht leicht, einen für alle passenden Sportunterricht zu machen.“
Ömer und Mario sind dagegen motorisch voll auf der Höhe: Bei der nächsten Übung spielen sie sich den Ball zu. Einmal, zweimal, zehnmal. „Ich bin ja eher Fußballer“, sagt Mario. "Aber Handball macht auch richtig Spaß!“

„Wir sind ein Team!“

Zehn Minuten später: In zwei Teams à 14 Schülern soll der Ball in der Bewegung gepasst werden. Die Mannschaft, der mehr Pässe am Stück gelingen, gewinnt. Das ist zunächst nicht das Team der zehnjährigen Acelya. „Jungs – ihr müsst euch konzentrieren. Wir sind ein Team!“ Nach der klaren Ansage läuft der Ball. Und auch die Schüler laufen. „Das ist ja genau unser Ziel: Wir wollen die Kinder in Bewegung bringen, sie an den Sport heranführen“, so Krebietke. „Dass wir in die Schulen gehen, ist Teil unserer Basiskampagne, um über die Begeisterung der Kinder für den Sport langfristig auch den Handball in Essen und natürlich auch uns als Verein zu pushen.“ Über das Jahr verteilt bietet der TUSEM etwa 50 Trainingseinheiten an Essener Schulen an. Lehrer können zudem eine Fortbildung machen, um Handball zielgruppengerecht an ihrer Schule zu unterrichten.

Nach etwas mehr als einer Stunde teilt Krebietke die Klasse in zwei Mannschaften. Zum Ende steht ein kleines Abschlussspiel auf dem Plan. Natürlich kommt noch nicht jeder Ball beim Mitspieler an. Schrittfehler werden dem Spielfluss zuliebe übersehen. Und auch beim Wurf von der Außenposition wird der Torwart von cleveren Drehern, die mit viel Effet um den Fuß des Keepers ins Tor tanzen und die Ex-TUSEM-Profi Krebietke auch in seinem Repertoire hatte, verschont.

Doch um perfekte Anspiele, Regelkunde und Trickwürfe ging es an diesem Morgen auch nicht. Ballgefühl, Bewegung, und Begeisterung für den Handball standen auf dem Stundenplan. Und dafür haben der TUSEM, die Stadtwerke Essen und die teilnehmenden Schulen den richtigen Dreh gefunden.


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Pressebild als JPG herunterladen (Quelle: Stadtwerke Essen AG)