01.12.2015

„In guten und in schlechten Zeiten“

Stadtwerke Essen lassen häusliche Solaranlagen testen

Regenerative Energien sind wie Diven - überwältigend attraktiv, aber leider auch launisch. Oft sind sie "indisponiert". Und gegen Abend ziehen sie sich früh zurück. Sprich: Wenn der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint, so wird auch kein Strom produziert. Diese Schwankungen im Netz müssen ausgeglichen werden - etwa mit Speichersystemen, die in guten Zeiten überschüssigen Strom aufnehmen und ihn in schlechten Zeiten abgeben. Die Stadtwerke Essen beteiligen sich hierzu an einem Feldtest für häusliche Solaranlagen.

"Im Mittelpunkt steht die Frage nach der höchsten Wirtschaftlichkeit", erklärt Andreas Reinl von den Stadtwerken Essen. Für den vom Forschungszentrum Jülich initiierten Feldtest wurden drei Häuser mit Photovoltaikanlagen ausgesucht: ein Mehrfamilienhaus mit drei Wohneinheiten sowie zwei Einfamilienhäuser, davon eins, in welchem die Familie überwiegend tagsüber nicht anwesend ist. Auf diese Weise wird die Bandbreite der üblichen Nutzungsstrukturen von Wohnimmobilien abgebildet.

Vorteilhafter Eigenverbrauch

Die Stadtwerke Essen rüsten die Häuser mit Batteriespeichern aus, "um die Sonnenenergie auch abends nutzbar zu machen", wie es Michael Fritsch ausdrückt, der neben Andreas Reinl bei den Stadtwerken für das Projekt verantwortlich ist. Zum Einsatz kommen zwei Akku-Techniken, die sich unter anderem in puncto Gewicht, Ladezyklus, Lebensdauer und Anschaffungspreis unterscheiden: sowohl schwere und günstige Blei-Säure-Akkus, die vom Prinzip her der Autobatterie gleichen, als auch die neuartigen, sehr oft wieder aufladbaren Lithium-Ionen-Akkus, wie man sie aus dem Handy kennt. "Nach dem Einbau vergleichen wir über einen längeren Zeitraum, ob und auf welche Weise durch die Speicherung der gegenüber der Einspeisung ins öffentliche Stromnetz vorteilhaftere Eigenverbrauch erhöht werden konnte", erläutert Michael Fritsch. "Geprüft wird darüber hinaus, ob die mögliche Ersparnis in einem vernünftigen Verhältnis zu den Investitionskosten steht."

Solarkataster zeigt Sonnenpotenzial

Die Stadtwerke Essen bringen für den Feldtest ihre Kompetenz in Sachen Energiemanagement und Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen ein. Davon können Kunden mit Interesse an Speichertechniken für Photovoltaikanlagen in Zukunft profitieren. Wer noch keine Solaranlage auf dem Dach hat und prüfen will, ob die Sonne überhaupt ausreichend auf seine Immobilie scheint, für den haben die Stadtwerke übrigens ein Solarkataster entwickelt. Das Tool für die Solarenergieanalyse sowie einen Solarstromrechner, der eine Kalkulation über die Wirtschaftlichkeit von der gewünschten Solaranlage bietet, finden Sie auf: www.stadtwerke-essen.de/solar. 

 

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Pressebild als JPG herunterladen (Quelle: Stadtwerke Essen AG)