17.03.2016

Trinkwasserpreise in Essen – Nicht jeder hat ein Haus

Der aktuelle Wasserpreisvergleich unter billiger.de entspricht nicht der Lebenswirklichkeit. Denn bei der Berechnung wird hierbei immer davon ausgegangen, dass alle beispielhaften Haushalte in einem Einfamilienhaus wohnen. Das heißt, dass hierbei sowohl für einen Ein-Personen-Haushalt als auch für einen Zwei-Personen-Haushalt oder Drei-Personen-Haushalt immer der volle Grundpreis berechnet wird. Gerade im Ballungsgebiet Essen werden aber überwiegend Mehrfamilienhäuser bewohnt. Entsprechend würde der Grundpreis aufgeteilt und für jeden Einzelnen günstiger. So bezahlt ein Single-Haushalt, der beispielsweise in einem Sechsparteienhaus wohnt, nicht den vollen Grundpreis, sondern lediglich ein sechstel des Preises. Würde dies in dem Vergleich berücksichtigt, so ergäbe es ein anderes Ergebnis.

Modernisierung der Trinkwasseraufbereitungsanlagen in Essen-Horst und Essen-Überruhr

Mit dem Bau der neuen Wasseraufbereitungsanlage am Standort Essen-Überruhr haben die Stadtwerke Essen AG und die GELSENWASSER AG als Gesellschafter der Wassergewinnung Essen GmbH gemeinsam rund 56 Millionen Euro in bewährte und innovative Technologie investiert. Dadurch wird nicht nur langfristig eine hohe Trinkwasserqualität sichergestellt, sondern auch eine chemikalienfreie Wassergewinnung realisiert. Der bisherige Aufbereitungsprozess wird durch drei innovative Stufen ergänzt: Die Desinfektion mit UV-Licht, die physikalische Entsäuerung und die Aktivkohlefiltration. Die neue Aufbereitungsanlage setzt damit neue Maßstäbe und gehört zu den modernsten Anlagen ihrer Art.

Regionale Gegebenheiten beeinflussen den Trinkwasserpreis

Die Kosten für die Trinkwasserbereitstellung werden von einer Vielzahl struktureller Rahmenbedingungen beeinflusst. Dazu gehören unter anderem topographische Gegebenheiten. So sind in Essen Druckerhöhungs- und Druckminderungsanlagen notwendig, um trotz großer Höhenunterschiede in der Stadt die Wasserversorgung überall gewährleisten zu können. Während der Stadtteil Karnap 26 m ü. N.N. liegt und damit zum tiefsten Punkt Essens gehört, befindet sich der Stadtteil Heidhausen 200 m .ü. N.N. Die insgesamt 99 Druckerhöhungs- und Druckminderungsanlagen sorgen dafür, dass der Wasserdruck sowohl in hohen als auch tiefen Lagen im Stadtgebiet stimmt.

Auch der demographische Wandel in unserer Stadt hat sich in den letzten Jahren auf den Trinkwasserpreis in Essen ausgewirkt. Durch den Rückgang der Einwohnerzahl von über 700.000 auf unter 600.000 muss auch die Wasserinfrastruktur dementsprechend angepasst werden. Um alle Bürger mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser versorgen zu können, ist eine aufwendige Infrastruktur notwendig. Rund 80% der Kosten für Trinkwasserproduktion und Verteilung sind Fixkosten. Lediglich 20% des Wasserpreises besteht aus variablen Kosten.

Zudem sind in der Stadt Essen aufwendige Verkehrssicherungsmaßnahmen bei Baumaßnahmen nötig, die sich ebenfalls auf den Trinkwasserpreis auswirken. So sind zum Beispiel bei Baumaßnahmen auf Hauptstraßen oder in den eng besiedelten Stadtteilen von Essen entsprechend hohe Verkehrssicherungsmaßnahmen und Umleitungseinrichtungen nötig. Hier sind auf dem Land deutlich weniger Vorkehrungen zu treffen. Somit sind auch die Kosten für die Baustelleneinrichtung in der Großstadt ungleich höher als auf dem Land.

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