Einfach durchatmen

Tipps & Tricks für die Heuschnupfenzeit

Die Heuschnupfenzeit ist für viele Allergiker die schlimmste Zeit des Jahres. Aber wie bleibt man möglichst beschwerdearm? Petra Schabel, Fachärztin für Arbeits- und Allgemeinmedizin und Betriebsärztin der Stadtwerke Essen, hat ein paar Tipps für Sie gesammelt, damit es auch für Sie bald wieder heißt: einfach durchatmen!

Aber zuerst: der Allergietest

Kommen die typischen Heuschnupfen-Symptome wie Niesen, Augenjucken oder Hustenanfälle wiederholt vor, so sollte zuerst ein Facharzt oder Allergologe aufgesucht werden. Mit einem Allergietest findet dieser heraus, gegen welche Substanz Sie allergisch reagieren. Kennen Sie das Allergen – also den Stoff, der in Ihrem Immunsystem eine Überempfindlichkeitsreaktion auslöst – so können Sie gezielt dagegen vorgehen.

Tipps für zu Hause

Verschiedene Tricks und Hilfsmittel lassen Sie auch zu Hause besser durchatmen. So können Sie die Pollenbelastung im eigenen Heim reduzieren:

  • Nutzen Sie Pollenflugvorhersagen – per App, Internet oder Tageszeitung –, um jeden Tag gezielt und vorbeugend auf den umherfliegenden Blütenstaub reagieren zu können.
  • Lüften Sie am besten nach einem Regenschauer, denn die Regentropfen spülen die Pollen aus der Luft.
  • Auch das Lüften zu bestimmten Zeiten ist hilfreich: in der Stadt zwischen 6 und 8 Uhr morgens und auf dem Land ab 20 Uhr.
  • Um ruhiger schlafen zu können, empfiehlt es sich, Bettwäsche möglichst oft zu wechseln und Kleidung nicht im Schlafzimmer auszuziehen.
  • Duschen Sie vor dem Schlafengehen, um Blütenstaub aus den Haaren zu waschen.
  • Staubsaugen ist besser als fegen, denn durch den Besen wird Staub aufgewirbelt.
  • Statten Sie Ihre Staubsauger zudem mit einem Mikropollenschutzfilter aus, der auch Blütenstaub aufnehmen kann und diesen nicht wieder in die Luft abgibt.
  • Waschen Sie sich ab und zu das Gesicht und die Naseneingänge mit kaltem Wasser, um Pollen von der Haut zu entfernen.
  • Nutzen Sie Pollenschutzgitter vor den Fenstern: Diese halten Blütenstaub draußen.
  • Trocknen Sie Ihre Wäsche zur Heuschnupfenzeit am besten drinnen.
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Tipps für draußen

  • Setzen Sie sich im Garten unter ein Sonnensegel – pollenartiger Staub legt sich dort zum Teil nieder.
  • Im Garten sollten Sie möglichst Pflanzen einsetzen, die nicht durch den Wind, sondern durch Insekten bestäubt werden – das reduziert den Pollenflug.
  • Einige Garten- und Balkonarbeiten lassen sich nach einem Regenschauer besser durchführen – dann ist die Pollenbelastung in der Luft reduziert.
  • Vermeiden Sie Freizeitaktivitäten wie Sport und Spaziergänge zu pollenintensiven Zeiten. Für den Freizeitbereich sollten bei starker Allergie Indoorsport-Aktivitäten bevorzugt werden.
  • Lassen Sie die Fenster im Auto geschlossen. Nutzen Sie, falls vorhanden, besser das Sonnendach. Auch durch die Lüftungsanlage finden Pollen jedoch ihren Weg ins Fahrzeug. Abhilfe schaffen hier Pollenschutzfilter, die auch nachträglich eingebaut werden können.
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Tipps für die Arbeit

  • Sofern möglich, sollten Sie auch im Büro angemessen lüften.
  • Führen Sie Außenarbeiten – wenn möglich – in den frühen Morgenstunden durch.
  • Tragen Sie konsequent Ihre persönliche Schutzausrüstung und achten Sie auf Hautschutzprogramme.
  • Nehmen Sie Ihre Arbeitskleidung möglichst nicht mit nach Hause. Falls dies nicht vermeidbar ist: Ziehen Sie die Arbeitskleidung nicht im Schlafzimmer aus.
  • Duschen Sie nach der Arbeit, um Pollen und Staub von der Haut zu waschen.
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Die Beachtung dieser Ratschläge kann bereits zu einer Linderung der Beschwerden führen. Ist der Leidensdruck jedoch sehr hoch, können in Absprache mit dem behandelnden Arzt auch Medikamente zur Behandlung der Allergie eingesetzt werden.

Auch die sogenannte Hyposensibilisierung, also eine spezielle Immuntherapie, ist eine Option zur Behandlung einer Allergie. Hierbei wird – meist durch Injektion – versucht, den Organismus an das Allergen zu gewöhnen und so die allergischen Reaktionen zu verringern. Weitere Informationen dazu erhalten Sie bei Ihrem behandelnden Arzt.