Spendengeschichten

"Gemeinsam bringen wir unsere Stadt zum Leuchten": Unter diesem Motto spenden die Stadtwerke Essen bei jedem Neuvertrag von EssenStrom 20 € an eine gemeinnützige Organisation.

Wir möchten Ihnen mit unseren Geschichten zeigen, wo und wie die Spenden zum Einsatz kommen. Dabei erfahren Sie auch mehr über die Menschen, die als Helfer bei den Organisationen arbeiten: Neben ihren Aufgaben dort ist es auch spannend, etwas über ihren privaten Werdegang und ihren Weg zu der Organisation zu erfahren. 

Deutscher Kinderschutzbund Ortsverband Essen e.V.

Spielend Barrieren überwinden

Als die kleinen Gäste erahnen konnten, was sich vor ihren Augen Stück für Stück entfaltete und allmählich mit Luft füllte, machte sich erwartungsvolles Staunen in ihren Gesichtern breit. Der riesige Pandabärenkopf hatte sich noch nicht vollständig erhoben, da gab es schon kein Halten mehr: Der Sturm auf die Hüpfburg war eröffnet. ...

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Auf einem Spielplatz in Frohnhausen hatte das Spielmobil des Deutschen Kinderschutzbundes Ortsverband Essen e.V. Halt gemacht, um insbesondere eines zu ermöglichen: spontane Begegnungen mit Spiel und Spaß. Viele fleißige Helfer, bestehend aus Mitarbeitern und Ehrenamtlichen, sorgten dafür, dass man an unterschiedlichen Spiel-Stationen, wie der Hüpfburg oder einem Schminktisch, möglichst schnell loslegen konnte. Schon kurz nach seiner Ankunft hatte das Spielmobil –  ein betagtes Feuerwehrauto gefüllt mit Spielmöglichkeiten – viele Kinder und Eltern angezogen. 

Patenschaften für mehr Zusammenhalt

„Spielen statt Gewalt“ nennt sich das Projekt, in dessen Rahmen der Deutsche Kinderschutzbund ehrenamtliche Spielplatzpatenschaften vermittelt. Einzelne oder mehrere Bürger, aber auch Vereine, Firmen, Kindertagesstätten und Schulen können eine Patenschaft übernehmen und sich so nicht nur für einen respektvollen Umgang mit den Spielgeräten einsetzen, sondern auch den nachbarschaftlichen Zusammenhalt fördern. Engagierte Paten hauchen einem Spielplatz neues Leben ein und bewahren ihn als Ort des ausgelassenen Tobens. Über 230 solcher Patenschaften bestehen bereits in Essen. 

Als Dankeschön stattet das Team vom Spielmobil diesen Spielplätzen regelmäßig Besuche ab, um Spielplatzfeste auszurichten. Die erste Ausschüttung der Wechselspende der Stadtwerke Essen kam nun dem Repertoire des Spielmobils zugute. Dr. Henning Muth, Leiter des Projekts, begrüßt die neuen Anschaffungen: „Unsere Spielmobil-Einsätze leben natürlich auch von unserer Ausstattung. Je mehr wir anbieten können, desto besser können wir auch auf die Interessen und Bedürfnisse der Kinder eingehen.“ 

Langfristig gesehen träumt das Spielmobil-Team von einem ganzjährigen Programm – beispielsweise mit Indoor-Aktionen in den Wintermonaten. Aktuell sind von März bis Oktober insgesamt drei rote Feuerwehroldtimer in Essen unterwegs. Am Wochenende sind häufig alle drei Teams gleichzeitig im Einsatz. Mit zwei Festen pro Spielplatz jährlich werden etwa 25.000 Kinder im Jahr erreicht.  Wenn nicht geschminkt, gespielt,  gebastelt oder gehüpft wird, kommt man zum Beispiel beim Stockbrot-Grillen ins Gespräch.  

Spielen verbindet 

In Essen ist das Spielmobil mit seiner 23-jährigen Geschichte mittlerweile schon ein alter Hase. Neu ist allerdings eine besondere Aufmerksamkeit für Flüchtlingskinder. Vier Essener Spielplätze in unmittelbarer Nähe einer Flüchtlingsunterkunft – darunter der Frohnhauser Spielplatz in der Hamburger Straße – wurden hierfür ausgewählt. In einem 14-tägigen Rhythmus sucht das Spielmobil diese Spielplätze abwechselnd auf, um umliegende Anwohner und Geflüchtete zusammen zu bringen. So wird jeder eingebunden und der Umgang miteinander selbstverständlicher: gelebte Integration vom Sandkasten an. 

Mitten im Geschehen befindet sich Angelika Actun, die seit März gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten die Spielplatzpatenschaft in der Hamburger Straße übernommen hat. Zweimal wöchentlich bietet sie Kindern und Familien jeder Herkunft die Gelegenheit, spielend miteinander Zeit zu verbringen. Über Aushänge und Mund-zu-Mund-Propaganda verbreiten sich die Aktionen. In erster Linie wird gespielt und getobt, inhaltlich kann es aber auch mal um wichtiges Alltagswissen gehen. Dazu zählt zum Beispiel auch, welcher Abfall in welche Tonne gehört. 

Hauptberuflich ist die Sozialpädagogin im Flüchtlingscamp nebenan tätig. Etwa 150 Kinder leben dort mit ihren Angehörigen. Für die Spielplatzaktionen kann Angelika Actun auf ihre beruflichen Kontakte aufbauen. So gelingt es leichter, das Vertrauen der Menschen im Camp zu gewinnen. Die Mutter eines Sohnes sieht die ungezwungenen Begegnungen auf dem Spielplatz auch für Eltern als Türöffner, der weitergehende Beratung und Unterstützung ermöglicht. „Am häufigsten beschäftigt Mütter das eigene Erlernen der deutschen Sprache und der Schulbesuch ihrer Kinder“, sagt sie. Sprachliche Hürden sieht Angelika Actun gelassen: „Natürlich kann man sich nicht immer auf Englisch unterhalten. Wenn man an seine sprachlichen Grenzen stößt, verständigt man sich eben mit Hand und Fuß“, berichtet sie.  Im Zweifel helfe auch mal die Übersetzungsapp auf dem Smartphone aus. „Irgendwie klappt es immer. Und die Anstrengungen lohnen sich.“

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Raum_58 - Essener Notschlafstelle

Gemeinsames Kochen macht nicht nur satt

Konflikte, instabile Familienverhältnisse, Vernachlässigung, Gewalt oder Missbrauch: Es gibt viele Gründe, warum Jugendliche auch in Deutschland ihren Lebensmittelpunkt auf die Straße verlagern. In Essen gibt es etwa 160 obdachlose Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren. Wie in anderen größeren Städten gibt es auch in Essen Einrichtungen, an die sich obdachlose Kinder und Jugendliche in Notsituationen wenden können. ...

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Jede Nacht für kurze Zeit ein Zuhause schaffen

Eine dieser Anlaufstellen ist die Institution „Raum_58“, die vom CVJM Essen Sozialwerk und dem Sozialdienst Katholischer Frauen Essen-Mitte e.V. getragen wird. Seit 2001 öffnet der Raum_58 jede Nacht seine Türen für bis zu acht obdachlose Jugendliche. „Die Einrichtung ist offen für alle, die Hilfe brauchen, solange sie die Regeln einhalten: keine Drogen, kein Alkohol und keine Gewalt“, erklärt Leiterin Manuela Grötschel. 

Spenden sind existentiell wichtig

Neben einem starken Team, das sich für die jungen Leute einsetzt und sie unterstützt, ist der Raum_58 stets auf Spenden angewiesen, um das Angebot aufrechterhalten zu können. „Durch die Wechselspende der Stadtwerke Essen konnten wir zwei von drei ausgedienten Kühlschränken ersetzen“, berichtet Manuela Grötschel. „Die Jugendlichen stehen abends hungrig vom Tag vor unserer Tür. Joghurts und andere kleine Snacks stillen dann den ersten großen Hunger, bevor wir gemeinsam kochen“, so die Diplompädagogin weiter. 

Der Großteil der Lebensmittel wird von der Essener Tafel gespendet. Dreimal die Woche werden frische Zutaten zum Kochen geliefert. Die anderen Lebensmittel wie Käse, Wurst, Margarine oder Saft werden vom CVJM-Zentraleinkauf gestellt. Im Raum_58 wird eine gesunde Esskultur gepflegt. Auf diese Weise versuchen Grötschel und ihr Team, Struktur in das Leben der Jugendlichen zu bringen, denn einen geregelten Tagesablauf sind die meisten nicht gewohnt. Zwischen 22 und 23 Uhr wird deswegen zusammen mit den Mitarbeitern der Nachtschicht gegessen. Gemeinsames Kochen macht schließlich nicht nur satt, sondern verbindet und macht Spaß. 

Keine Nacht gleicht der anderen

Der Raum_58 bietet neben einem sicheren und warmen Platz für die Nacht auch die Möglichkeit, sich die Probleme von der Seele zu reden und in Ruhe über alles nachzudenken. Außerdem können die Jugendlichen duschen, Wäsche waschen oder sich einfach mal ausruhen. „Wir möchten den Jugendlichen neue Perspektiven eröffnen. Viele kommen aus familiär schwierigen Situationen und haben keine Schulausbildung. Oft spielen auch Drogen eine Rolle“, schildert Grötschel. 

Bereits als 15-Jährige wollte die gebürtige Kettwigerin Streetworkerin werden. So arbeitete sie für Straßenkinderorganisationen in Brasilien und Australien und schrieb auch ihre Diplomarbeit über Straßenkinder. Zusammen mit ihren Kollegen unterstützt die 43-Jährige die Jugendlichen dabei, ihren Weg zu finden. Obwohl Grötschel schon so lange beim Raum_58 arbeitet, hat die Arbeit für sie nie seinen Reiz verloren. Keine Nacht im Raum_58 gleicht der anderen. Immerzu entwickeln sich neue Arbeitsfelder. So machte die Einrichtungsleiterin unter anderem auch eine Zusatzausbildung zur Traumapädagogin.         In ihrer Freizeit kümmert sie sich nicht nur um ihre zwei Patenkinder, sondern auch um Hund und Pferd. Und weil sie selbst ihren ruhigen Wohnort im Grünen so liebt, liegt es ihr besonders am Herzen, den Jugendlichen im Raum_58 zumindest für kurze Zeit ein Zuhause zu schaffen.

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Albert-Schweitzer-Tierheim (Tierschutzverein Groß-Essen e. V.)

„Zwischenmiete“ für wilde Samtpfoten

Viel Ruhe und Geduld ist in der Krankenstation gefordert, um einen Blick auf das zierliche schwarze Fellbündel zu erhaschen. Zu seinem eigenen Schutz lebt der schüchterne Kater mit den leuchtend hellen Augen noch abgeschottet in einem Käfig. Keine leichte Situation für ein Tier, das bislang kaum Menschenkontakt hatte. ...

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Zurück in die Freiheit 

Noch ahnt Juliano, der im Essener Tierheim in der Grillostraße allmählich wieder zu Kräften kommt, noch nichts vom nächsten großen Abenteuer, das ihn erwartet. Sobald er körperlich fit genug ist, soll der tierische Patient wieder dorthin zurückgebracht werden, wo er zu Hause ist: in die Freiheit. 
Der Wildkater, der erst vergangenes Jahr das Licht der Welt erblickte, musste in seinem kurzen Katzenleben bereits einiges verkraften. Nachdem er zur Behandlung eines Schnupfens an einer Futterstelle eingefangen worden war, stellte der Tierarzt einen Kieferbruch fest. Eine Zeitlang sah es schlecht um ihn aus, doch der Kater bewies Willenskraft. Seit der Operation erholt er sich Tag für Tag ein bisschen mehr. 
Mitte April nahm das Albert-Schweitzer-Tierheim Juliano in seine Obhut, um ihn für die Freiheit zu stärken. Seine nächste Station ist ein eigens entwickelter Auswilderungskäfig, der ihm den Übergang in die Freiheit erleichtern soll. Bislang verfügte das Tierheim über zwei solcher Käfige. Durch die Wechselspende der Stadtwerke Essen kann nun ein dritter eingesetzt werden. 

Ein Käfig zur Eingewöhnung

Gaby Rautenberg, die hauptberuflich im Tierheim arbeitet, ist vom Erfolg der Methode überzeugt: „Der Auswilderungskäfig bietet den Katzen den bestmöglichen Übergang in ihre Freiheit – mit der nötigen Portion Sicherheit. Für uns ist es eine große Erleichterung, nun mit drei Käfigen parallel zu arbeiten. So können wir dem einen oder anderen Sorgenkind im Zweifel auch mehr Zeit zur Eingewöhnung geben“, berichtet sie.

Vier bis sechs Wochen verbringt eine wilde Katze im fest installierten Käfig, bis er geöffnet wird. Mit offenem Tor bleibt er noch etwa eine Woche am Auswilderungsort stehen. Der überdachte und mit einem Boden versehene Käfig enthält alles, um während der Eingewöhnungszeit den wichtigsten Bedürfnissen gerecht zu werden: verschiedene Schlaf- und Rückzugsmöglichkeiten, einen Kratzbaum sowie eine Katzentoilette. Als Standorte werden ruhig und ländlich gelegene Gebiete ausgewählt. Besonders eignen sich große Gärten, die an weitläufige Wald- und Wiesenstücke grenzen. Ehrenamtliche kümmern sich um die Versorgung des Tieres. 

„Persönlichkeiten mit Ansprüchen“

Mitarbeiterin Gaby Rautenberg sieht in ihrer Tätigkeit weit mehr als die Pflege und Vermittlung von aufgefundenen oder abgegebenen Katzen. Auch Aufklärung und Beratung zählen zu ihrem Job. Ihr liegt viel daran, potentiellen Interessenten zu vermitteln, was Tierhaltung tatsächlich bedeutet. Katzen möchte sie als „Persönlichkeiten mit Ansprüchen“ behandelt wissen. Generell kämpft sie dafür, falsche und veraltete Vorstellungen aus den Köpfen zu beseitigen: „Vor zwanzig oder dreißig Jahren hatten wir noch völlig andere Vorstellungen von Tierhaltung. Heutzutage nehmen wir die Bedürfnisse  der Tiere ernster, weil wir viel über ihr Verhalten dazugelernt haben. Das führt glücklicherweise auch zum Wandel in der Tierhaltung – sei es beim Goldfisch oder beim Schäferhund.“ 

Als Quereinsteigerin könnte man Gaby Rautenberg bezeichnen, denn sie selbst fand über ehrenamtliche Besuche ins Tierheim. 27 Jahre hatte sie in einer psychiatrischen Praxis gearbeitet, als es Zeit für einen Tapetenwechsel war. So fand die berufliche Veränderung quasi zu ihr: Nach Feierabend ging sie häufig ins Albert-Schweitzer-Tierheim, um sich mit den dort lebenden Katzen zu beschäftigen. Aus gelegentlichen Besuchen entwickelte sich eine hauptberufliche Leidenschaft. Die zweifache Großmutter, die ihr Zuhause mit zwei Katzen und einem Hund teilt, musste anfangs lernen, Arbeit und Freizeit zu trennen. „Zum Glück habe ich mir einen Mann mit Bürojob ausgesucht, der mich ausbremst“, schmunzelt sie. 

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Essener Tafel e. V.

"Wer rastet, der rostet" - Ehrenamtler aus Leidenschaft

Montagmittag in der Steeler Straße: Geschäftiges Treiben herrscht in den Räumlichkeiten der Essener Tafel. Überall entdeckt man die vielen grünen Kisten, die alle sorgsam auf ihren Inhalt geprüft werden wollen. Rund um den Wasserturm wird ausgeladen, gepackt und sortiert. Die Vorbereitung der Essensausgabe - eine von insgesamt vier wöchentlich - ist im vollen Gange. ...

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74 und kein bisschen müde

Unter den Fleißigen befindet sich Norbert Reinartz. Er ist einer von 120 Ehrenamtlichen, die die Umverteilung von Lebensmitteln ermöglichen. Einmal wöchentlich hilft der gebürtige Steeler in der Tafel aus. Sollte Not am Mann sein, unterstützt der Rentner den gemeinnützigen Verein auch mehrmals die Woche. 

Während der 74-Jährige früher als Fahrer bei der Tafel tätig war, unterstützt er heute vor allem die Ausgabe der Lebensmittel. "Mittlerweile fahre ich nur noch Sondertouren", erklärt er. Von der Anschaffung vier neuer Sommerreifen durch die Wechselspende der Stadtwerke Essen ist Reinartz begeistert: "Vor allem als ehemaliger Fahrer weiß ich, wie wichtig der LKW für uns ist. Bevor die Ware ausgegeben werden kann, muss sie transportiert werden. Ohne ein vernünftig ausgestattetes Fahrzeug wären wir aufgeschmissen. Gescheite Reifen sind deshalb verdammt wichtig." Sechs Kühlfahrzeuge der Essener Tafel fahren pro Tag 20 bis 25 Anlaufstellen an.

10 Jahre Erfahrung

Bereits seit einem Jahrzehnt engagiert sich Reinartz dafür, dass in Essen einwandfreie Lebensmittel bedürftige Menschen erreichen anstatt in der Tonne zu landen. Seinen Anfang nahm damals alles bei "Essen.Original". Während des Stadtfestivals wurde er auf einen Stand der Essener Tafel aufmerksam. Als er sich einige Zeit später vor Ort persönlich vorstellte und seine Hilfe anbot, war seine neue Tätigkeit schon besiegelt.

Rückblickend, so findet er, hätte ihm kaum etwas Besseres passieren können. Nach 49 aktiven Berufsjahren kam es für den gelernten Schweißer nicht in Frage, im Ruhestand einfach nur die Füße hochzulegen. "Das ist absolut nichts für mich. Sonst gehört man wirklich zum alten Eisen", sagt Reinartz lachend. Die neue Aufgabe kam daher wie gerufen.

An der Betreuung der Essensausgabe schätzt er besonders den unmittelbaren Kontakt mit den Menschen, die er stets als Kunden bezeichnet. Er ist davon überzeugt, dass man heutzutage schnell zum Betroffenen werden kann. "Arbeitslosigkeit und Trennung sind häufige Gründe, den Halt zu verlieren", erläutert er. Nah dran zu sein, empfindet er dennoch als Bereicherung: "Man bekommt unheimlich viel von den Leuten mit und erfährt von ihren Schicksalen. Ich kenne hier jeden Kunden persönlich."

Etwas zurückgeben

Für Reinartz hat sich sein Engagement bei der Tafel längst zu einem Hobby entwickelt, das er nicht mehr missen möchte. "Ich hoffe, noch lange aktiv bleiben zu können", sagt er. Nach dem befragt, was ihn antreibt, spricht er vom guten und sorglosen Leben, das er gehabt habe. Für ihn versteht es sich von selbst, Menschen, denen es nicht so ergeht, unter die Arme zu greifen. Auch der Umgang mit seinen Kollegen spielt eine wichtige Rolle: "Für uns Helfer ist die Tafel auch ein Treffpunkt. Hier tauscht man sich aus. Bei uns packen alle an. Vom Bauarbeiter bis zum Doktor."

Bewegtes (Berufs-)Leben

Beruflich ist Norbert Reinartz viel herumgekommen, war beispielsweise am Bau von Kraftwerken in Europa, aber auch im arabischen Raum beteiligt. Auch an der Errichtung von Bohrinseln hat er mitgewirkt. Seine Dienstreisen sorgten dabei für prägende Eindrücke: So erlebte er beispielsweise Ende der 1970er Jahre den Umsturz im Iran mit. Für Reinartz stand daher außer Frage, dass Aktivität auch im Rentenalter fester Bestandteil seines Alltags bleiben würde.

Wenn sich der Rentner nicht für die Essener Tafel einsetzt, verbringt er in erster Linie Zeit mit seiner Frau. Seine Ehe, die schon stolze 52 Jahre zählt, hat einen Sohn hervorgebracht. Um Abstand vom Alltag zu gewinnen, fährt der 74-Jährige gerne zu seinem Mobilheim in Holland. Entspannung findet er besonders beim Angeln. Dort tankt er Kraft, um sich wieder mit vollem Elan in seinen nächsten Einsatz zu stürzen. Schließlich rechnet man im Wasserturm fest mit ihm.

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