Kanalbaumaßnahme im Wolfsbachtal

Das Baustellentagebuch zur Kanalbaumaßnahme der Stadtwerke Essen

Mitten im Wolfsbachtal, zwischen dem Meckenstocker Weg in Bredeney und Dahler Höhe / Schuirweg in Schuir, verläuft parallel zum Wolfsbach ein Abwasserkanal. Der Kanal aus dem Jahre 1940 hat rund 80 Jahre lang gute Dienste geleistet und geht nun in den wohlverdienten Ruhestand. In einer umfangreichen Baumaßnahme erneuern die Stadtwerke Essen den Kanal und vergrößern dabei die Dimensionen der Rohre teilweise um mehr als das Doppelte.

 

Die Baumaßnahme im Überblick

In dem Bauplan sehen Sie den Verlauf der Maßnahme und die grün gekennzeichneten Fußwege durch den Wald, die wie gewohnt genutzt werden können.

Von großen Startgruben aus wird der Kanal unterirdisch in verschiedene Richtungen verlegt:

  • In Richtung Süden entsteht ein Regenrückhaltekanal mit einem Innendurchmesser von 2,6 Metern auf einer Länge von rund 860 Metern.
  • Im nördlichen Teil der Baumaßnahme werden zwei Stränge mit einem Durchmesser von jeweils 1,6 Metern verlegt: Einer in Richtung Meckenstocker Weg und einer zum Taunusbogen.

Vollständigen Bauplan ansehen

Tagebucheinträge

15.08.2018: Baustart im Wolfsbachtal in der kommenden Woche

Baustart am 20.08.2018

Am 20.08.2018 beginnen die Arbeiten im Wolfsbachtal und die ersten Baumaschinen rollen an. Bevor jedoch mit dem großen Vortrieb begonnen werden kann, sind zunächst viele weitere Arbeitsschritte notwendig. So wird ab dem 20.08. zunächst das Baustellenfeld rund um die Hauptpressgrube eingerichtet. Ebenso werden die benötigten Baustraßen hergestellt, so dass die großen und schweren Rohrelemente später problemlos zur Baustelle transportiert werden können. Außerdem muss die 26 Meter tiefe Startgrube für den Vortrieb errichtet werden. Durch das zum Teil steile Waldgebiet sind während der Baumaßnahme Höhenunterschiede zu überwinden. Diese stellen die Planung und Umsetzung der Bauarbeiten vor besondere Herausforderungen. 

Schließen

14.08.2018: Mammutprojekt mit beachtlichen Dimensionen

Auf einer Länge von 2,7 Kilometern entsteht im Wolfsbachtal innerhalb von 2,5 Jahren ein neuer Abwasserkanal. Von großen Startgruben aus wird der neue Kanal in verschiedene Richtungen unterirdisch per sogenanntem Vortriebsverfahren durch den Wald verlegt. Die Hauptpressgrube befindet sich auf einer großen Fläche kurz nach dem Waldeingang am Taunusbogen und ist Dreh- und Angelpunkt der gesamten Baumaßnahme. Später wird die 26 Meter tiefe Grube zu einem Regenrückhaltebecken umgebaut. Bis dahin dient sie allerdings als Startpunkt für die großen Vortriebe:   

In Richtung Schuirweg/Dahler Höhe entsteht auf einer Länge von rund 860 Metern ein Regenrückhaltekanal mit einem Innendurchmesser von 2,6 Metern. Auf dieser Strecke werden allein rund 290 einzelne Rohrelemente aus Stahlbeton verlegt. Jedes einzelne Rohrelement hat dabei ein Gewicht von etwa 28 Tonnen. In Richtung Taunusbogen und Meckenstocker Weg finden insgesamt rund 180 Rohrelemente aus Stahlbeton mit einem Innendurchmesser von 1,6 Metern ihren Weg unter die Erde. Hier hat jedes Rohrelement ein Gewicht von etwa 9 Tonnen. Hinzu kommen weitere 110 Stahlbetonrohre mit einem Durchmesser von 1,2 Metern.

Insgesamt werden im Wolfsbachtal also rund 580 Rohrelemente aus Stahlbeton und einem Gesamtgewicht von über 10.000 Tonnen unterirdisch verlegt. Hinzu kommen weitere Rohrelemente aus dünneren und leichteren Materialien, die sowohl im Taunusbogen und Meckenstocker Weg als auch im südlichsten Teil der Baumaßnahme abschließend verlegt werden. Diese Rohre kommen häufig zum Einsatz wenn ein geringerer Durchmesser benötigt wird.

Zusätzlich entstehen auf der 2,7 Kilometer langen Strecke mehrere Fallbauwerke, die den zu überwindenden Höhenunterschied der Zulaufkanäle im Wolfsbachtal ausgleichen.   
Nach Abschluss der Vortriebsarbeiten wird schließlich die kreisrunde Startgrube zu einem Regenrückhaltebecken umgebaut.

Schutz von Flora und Fauna

Um das Wolfsbachtal und die hier beheimatete Flora und Fauna während der gesamten Bauzeit bestmöglich zu schützen, wird der neue Kanal überwiegend unterirdisch per Vortriebsverfahren verlegt. Denn dank dieser Bauweise sind nur punktuelle Baugruben erforderlich.

Bereits im Voraus wurde von einem Sachverständigen ein „Landschaftspflegerischer Begleitplan“ erstellt. Außerdem steht während der gesamten Bauzeit eine waldökologische Baubegleitung unterstützend zur Seite.

Schließen