Kanalbaumaßnahme im Wolfsbachtal

Das Baustellentagebuch zur Kanalbaumaßnahme der Stadtwerke Essen

Mitten im Wolfsbachtal, zwischen dem Meckenstocker Weg in Bredeney und Dahler Höhe / Schuirweg in Schuir, verläuft parallel zum Wolfsbach ein Abwasserkanal. Der Kanal aus dem Jahre 1940 hat rund 80 Jahre lang gute Dienste geleistet und geht nun in den wohlverdienten Ruhestand. In einer umfangreichen Baumaßnahme erneuern die Stadtwerke Essen den Kanal und vergrößern dabei die Dimensionen der Rohre teilweise um mehr als das Doppelte.

 

Die Baumaßnahme im Überblick

In dem Bauplan sehen Sie den Verlauf der Maßnahme und die grün gekennzeichneten Fußwege durch den Wald, die wie gewohnt genutzt werden können.

Von großen Startgruben aus wird der Kanal unterirdisch in verschiedene Richtungen verlegt:

  • In Richtung Süden entsteht ein Regenrückhaltekanal mit einem Innendurchmesser von 2,6 Metern auf einer Länge von rund 860 Metern.
  • Im nördlichen Teil der Baumaßnahme werden zwei Stränge mit einem Durchmesser von jeweils 1,6 Metern verlegt: Einer in Richtung Meckenstocker Weg und einer zum Taunusbogen.

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Tagebucheinträge

30.01.2019: Kanalbaumaßnahme im Wolfsbachtal macht Fortschritte

In den letzten fünf Monaten hat sich Vieles getan: Das Baustellenfeld rund um die Hauptpressgrube unterhalb des Taunusbogens ist eingerichtet und die temporären Baustraßen mit einer Breite von ca. 3 Metern für die schweren Transporter sind fertig ausgebaut. Kaum zu erkennen, dass dort vor nicht allzu langer Zeit ein schmaler Waldweg entlang geführt hat.

Arbeiten am Taunusbogen schreiten voran

Direkt am Waldeingang am Taunusbogen steht die erste Baugrube mit einer Tiefe von 6 Metern schon bereit. Blickt man einige Meter weiter in den Wald hinein, so sieht man bereits die ersten großen Baumaschinen — darunter gelbe Spitzen riesiger Drehborgeräte, die mit einer Höhe von bis zu 30 Metern auf zum Himmel ragen. Bereits jetzt werden einem die enormen Dimensionen der Baumaßnahme bewusst.

Auf der Fläche kurz nach dem Waldeingang am Taunusbogen laufen die vorbereitenden Maßnahmen auf Hochtouren. Schon bald entsteht dort die 26 Meter tiefe Hauptpressgrube mit einem Durchmesser von rund 23 Metern. Doch bevor die große Baugrube, die für den späteren Vortrieb notwendig ist, ausgehoben werden kann, müssen sogenannte Bohrpfähle ringsum eingebracht werden. Die entstehende Bohrpfahlwand sorgt später für Sicherheit in der Baugrube. Mehr als die Hälfte der Bohrpfähle ist hier bereits in den Boden eingebracht. Diese Maßnahme ist recht aufwändig. Dabei erschwert die örtliche Bodenbeschaffenheit die Arbeiten teilweise zusätzlich. Unter diesen Bedingungen schafft man pro Tag etwa 1 Bohrpfahl mit einem Durchmesser von 1,2 Metern und einer Länge von 26 Metern in den felsigen Boden zu versenken.

Nach der Fertigstellung der Bohrpfahlwand beginnt voraussichtlich im Frühjahr der Aushub der Hauptpressgrube, die gleichzeitig als Start- und Zielgrube für insgesamt drei Kanalstränge dient. Von hier erfolgt später der Vortrieb in Richtung Taunusbogen und Meckenstocker Weg sowie die Vortriebseinfahrt vom Schuirweg/Dahler Höhe.

Die ersten Vortriebsarbeiten voraussichtlich im Frühjahr

Aber auch an den insgesamt vier weiteren Baugruben schreiten die Arbeiten planmäßig voran. Während an drei Baugruben im Bereich nördlich der Hauptpressgrube noch fleißig gebohrt wird, ist der Baugrubenverbau der zweitgrößten Pressgrube, die etwa 860 Meter weiter südlich der Hauptpressgrube liegt, bereits hergestellt. Voraussichtlich im Frühjahr, wenn die Pressgrube komplett ausgehoben wurde, können hier die ersten Vortriebsarbeiten beginnen. Mit einem Innendurchmesser von ca. 2,6 Metern gräbt sich dann das Schneidrad der Vortriebsmaschine durch das Erdreich in Richtung Hauptpressgrube unterhalb des Taunusbogens.

Ein Teil des waldökologischen Baukonzepts — ein Amphibienschutzzaun

Damit auch die Tierwelt im Wolfsbachtal während der gesamten Bauzeit bestmöglich geschützt werden kann, steht Fachpersonal als waldökologische Baubegleitung unterstützend zur Seite. Um die Gefährdung von beispielsweise Fröschen und Kröten zu vermeiden, wird der Baustellenbereich mit Hilfe eines kniehohen grünen Schutzzauns abgesichert. Der temporäre Schutzzaun wurde um die Baustelle herum durch den Wald angelegt und verhindert, dass heimische Frösche und Kröten in das Baufeld eindringen können.

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15.08.2018: Baustart im Wolfsbachtal in der kommenden Woche

Baustart am 20.08.2018

Am 20.08.2018 beginnen die Arbeiten im Wolfsbachtal und die ersten Baumaschinen rollen an. Bevor jedoch mit dem großen Vortrieb begonnen werden kann, sind zunächst viele weitere Arbeitsschritte notwendig. So wird ab dem 20.08. zunächst das Baustellenfeld rund um die Hauptpressgrube eingerichtet. Ebenso werden die benötigten Baustraßen hergestellt, so dass die großen und schweren Rohrelemente später problemlos zur Baustelle transportiert werden können. Außerdem muss die 26 Meter tiefe Startgrube für den Vortrieb errichtet werden. Durch das zum Teil steile Waldgebiet sind während der Baumaßnahme Höhenunterschiede zu überwinden. Diese stellen die Planung und Umsetzung der Bauarbeiten vor besondere Herausforderungen. 

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14.08.2018: Mammutprojekt mit beachtlichen Dimensionen

Auf einer Länge von 2,7 Kilometern entsteht im Wolfsbachtal innerhalb von 2,5 Jahren ein neuer Abwasserkanal. Von großen Startgruben aus wird der neue Kanal in verschiedene Richtungen unterirdisch per sogenanntem Vortriebsverfahren durch den Wald verlegt. Die Hauptpressgrube befindet sich auf einer großen Fläche kurz nach dem Waldeingang am Taunusbogen und ist Dreh- und Angelpunkt der gesamten Baumaßnahme. Später wird die 26 Meter tiefe Grube zu einem Regenrückhaltebecken umgebaut. Bis dahin dient sie allerdings als Startpunkt für die großen Vortriebe:   

In Richtung Schuirweg/Dahler Höhe entsteht auf einer Länge von rund 860 Metern ein Regenrückhaltekanal mit einem Innendurchmesser von 2,6 Metern. Auf dieser Strecke werden allein rund 290 einzelne Rohrelemente aus Stahlbeton verlegt. Jedes einzelne Rohrelement hat dabei ein Gewicht von etwa 28 Tonnen. In Richtung Taunusbogen und Meckenstocker Weg finden insgesamt rund 180 Rohrelemente aus Stahlbeton mit einem Innendurchmesser von 1,6 Metern ihren Weg unter die Erde. Hier hat jedes Rohrelement ein Gewicht von etwa 9 Tonnen. Hinzu kommen weitere 110 Stahlbetonrohre mit einem Durchmesser von 1,2 Metern.

Insgesamt werden im Wolfsbachtal also rund 580 Rohrelemente aus Stahlbeton und einem Gesamtgewicht von über 10.000 Tonnen unterirdisch verlegt. Hinzu kommen weitere Rohrelemente aus dünneren und leichteren Materialien, die sowohl im Taunusbogen und Meckenstocker Weg als auch im südlichsten Teil der Baumaßnahme abschließend verlegt werden. Diese Rohre kommen häufig zum Einsatz wenn ein geringerer Durchmesser benötigt wird.

Zusätzlich entstehen auf der 2,7 Kilometer langen Strecke mehrere Fallbauwerke, die den zu überwindenden Höhenunterschied der Zulaufkanäle im Wolfsbachtal ausgleichen.   
Nach Abschluss der Vortriebsarbeiten wird schließlich die kreisrunde Startgrube zu einem Regenrückhaltebecken umgebaut.

Schutz von Flora und Fauna

Um das Wolfsbachtal und die hier beheimatete Flora und Fauna während der gesamten Bauzeit bestmöglich zu schützen, wird der neue Kanal überwiegend unterirdisch per Vortriebsverfahren verlegt. Denn dank dieser Bauweise sind nur punktuelle Baugruben erforderlich.

Bereits im Voraus wurde von einem Sachverständigen ein „Landschaftspflegerischer Begleitplan“ erstellt. Außerdem steht während der gesamten Bauzeit eine waldökologische Baubegleitung unterstützend zur Seite.

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