„Müde Eisbären können nicht mehr ausruhen“

Stadtwerke Essen laden Grundschüler ein

23.11.2017

Was habe ich mit den Eisbären zu tun? Kinder können sich nur schwer vorstellen, was „Klima“ oder „Erderwärmung“ bedeutet. Am fassbaren Beispiel des Nordpols aber begreifen sie schnell, dass ihr Handeln sich auswirkt. In einem Projekt mit der Deutschen Umwelt-Aktion e.V. sorgen die Stadtwerke Essen für erlebnisreichen Unterricht, der Langzeitwirkung bei den Kleinen entfalten soll. Den Kindern gefällt’s.

Die Unterrichtsreihe startete jetzt in der Elisabethschule. Birgit Kaiser, pädagogische Mitarbeiterin der Dt. Umwelt-Aktion e.V. führte die Kinder der zweiten Klasse zum äußersten Ende unseres Planeten, ins ewige Eis. Ewig? „Noch niemals zuvor konnten Menschen einfach mit einem Schiff am Nordpol vorbeifahren“, berichtet sie den Schülern im Stuhlkreis. „Vor sieben Jahren aber schon - zum allerersten Mal.“ Das „Warum“ schwebt spürbar in der Luft. „Weil so viel Eis geschmolzen war!“ Dass das schlimm ist, wissen die Kinder schon: „Und wo gehen dann die Eisbären hin, wenn sie müde sind?“ fragen sie. Denn zuvor haben sie gelernt, dass nach drei Stunden schwimmen im Wasser jeder Eisbär Pause auf einer Eisscholle machen muss.

Kindgerecht, lebendig und abwechslungsreich gestaltet Birgit Kaiser die gemeinsame Reise an den Nordpol und erklärt damit die Klimazusammenhänge der Erde. Informationen, Fragen an die Kinder, ein Singspiel und Bastelei mit dem Ziel die Botschaft in den jungen Köpfen zu verankern: Du beeinflusst mit deinem Verhalten das Klima auf der Erde und das Leben der Eisbären.

Erlebnispädagogik bildet Bewusstsein für Verantwortung

Genau dieser Lerneffekt soll eintreten. „Wir besuchen 25 Schulklassen damit“, beschreibt Ingeborg von der Linden, Mitarbeiterin der Stadtwerke Essen, die Aktion. „Wir wollen bei den Jüngeren ansetzen und bei ihnen ein Bewusstsein dafür fördern, wie wichtig das eigene rücksichtsvolle Verhalten für die Erde ist.“

Die Kinder sammeln Beispiele dafür, was Strom verbraucht. Computer wird schnell genannt, Play Station, X-Box und Fernseher, aber auch Staubsauger, Waschmaschine, Zahnbürste und das Kochen. Nach über einer Stunde im Stuhlkreis heißt es: schauspielern. Die Schüler verwandeln sich per Fell und Fleecedecken in Eisschollen und Eisbär. Ein Sonnenkind wedelt hoch oben vom Stuhl aus mit einem gelben Tuch. Alle anderen bilden die „Schutzschicht“ (Gashülle) und werden immer dicker und dicker. Die Erde erwärmt sich, die Eisschollen schmelzen. So begreifen die Kinder ganz direkt, was es heißt, wenn der Eisbär kein Eis zum Ausruhen findet.

Am Ende basteln die Kinder kleine blaue Eisbären-Sticker. Die sollen sie überall dorthin kleben, wo sie in ihrem Leben etwas für die Eisbären tun können. Nur die Hälfte des Lichts einschalten, öfter mit dem Rad fahren anstatt mit dem Auto, den Computer nach Gebrauch sofort ausstellen. Sie fangen gleich im Klassenzimmer an und wollen zuhause weiterkleben. Die Eisbären werden sie noch lange daran erinnern: Es kommt auf das Verhalten jedes Einzelnen an.