Kanalbaumaßnahme im Wolfsbachtal macht Fortschritte

Ein Bohrpfahl mit einem Durchmesser von 1,2 Metern wird hier in den Boden gepresst.

Seit Beginn der Kanalbaumaßnahme im August 2018 sind die Stadtwerke Essen bereits im Wolfsbachtal tätig. Innerhalb von 2,5 Jahren soll hier auf einer Länge von 2,7 Kilometern ein neuer Abwasserkanal entstehen. Bevor jedoch mit dem großen Vortrieb begonnen werden kann, müssen zunächst die umfangreichen Vorbereitungsmaßnahmen abgeschlossen werden.

Arbeiten am Taunusbogen schreiten voran

Direkt am Waldeingang am Taunusbogen steht die erste Baugrube mit einer Tiefe von 6 Metern schon bereit und die temporären Baustraßen mit einer Breite von ca. 3 Metern für die schweren Transporter sind fertig ausgebaut. Auch das Baustellenfeld rund um die Hauptpressgrube unterhalb des Taunusbogens ist eingerichtet. Dort sind die ersten großen Baumaschinen — darunter riesige Drehbohrgeräte mit einer Höhe von bis zu 30 Metern — bereits im Einsatz. Schon bald entsteht hier die 26 Meter tiefe Hauptpressgrube mit einem Durchmesser von rund 23 Metern.

Die vorbereitenden Maßnahmen an der Hauptpressgrube laufen auf Hochtouren

Doch bevor die große Baugrube, die für den späteren Vortrieb notwendig ist, ausgehoben werden kann, müssen sogenannte Bohrpfähle ringsum eingebracht werden. Die entstehende Bohrpfahlwand sorgt später für Sicherheit in der Baugrube. Mehr als die Hälfte der Bohrpfähle ist hier bereits in den Boden eingebracht. „Diese Maßnahme ist recht aufwändig. Dabei erschwert die örtliche Bodenbeschaffenheit die Arbeiten teilweise zusätzlich. Unter diesen Bedingungen schafft man pro Tag etwa 1 Bohrpfahl mit einem Durchmesser von 1,2 Metern und einer Länge von 26 Metern in den felsigen Boden zu versenken.“, erklärt Bauleiter Hans-Georg Gottschol, der gemeinsam mit Kai Andreas Mantz aus der Abteilung „Planung und Bau Entwässerung“ die Kanalbaumaßnahme im Wolfsbachtal betreut.

Nach der Fertigstellung der Bohrpfahlwand beginnt voraussichtlich im Frühjahr der Aushub der Hauptpressgrube. Von hier erfolgt später der Vortrieb in Richtung Taunusbogen und Meckenstocker Weg sowie die Vortriebseinfahrt vom Schuirweg/Dahler Höhe.

Die ersten Vortriebsarbeiten voraussichtlich im Frühjahr

Aber auch an den insgesamt vier weiteren Baugruben schreiten die Arbeiten planmäßig voran. Während an drei Baugruben im Bereich nördlich der Hauptpressgrube noch fleißig gebohrt wird, ist der Baugrubenverbau der zweitgrößten Pressgrube, die etwa 860 Meter weiter südlich der Hauptpressgrube liegt, bereits hergestellt. Voraussichtlich im Frühjahr, wenn die Pressgrube komplett ausgehoben wurde, können hier die ersten Vortriebsarbeiten beginnen. Mit einem Innendurchmesser von ca. 2,6 Metern gräbt sich dann das Schneidrad der Vortriebsmaschine durch das Erdreich in Richtung Hauptpressgrube unterhalb des Taunusbogens.

Ein Teil des waldökologischen Baukonzepts — ein Amphibienschutzzaun

Damit auch die Tierwelt im Wolfsbachtal während der gesamten Bauzeit bestmöglich geschützt werden kann, steht Fachpersonal als waldökologische Baubegleitung unterstützend zur Seite. Um die Gefährdung von beispielsweise Fröschen und Kröten zu vermeiden, ist der Baustellenbereich mit Hilfe eines kniehohen grünen Schutzzauns abgesichert. Der temporäre Schutzzaun wurde um die Baustelle herum durch den Wald angelegt und verhindert, dass heimische Frösche und Kröten in das Baufeld eindringen können.