Stadtwerke starten Tiefbauarbeiten für die Entflechtung des Pausmühlenbachs

Für die Entflechtung des Pausmühlenbachs starten nunmehr auch die Tiefbauarbeiten. Hierzu wurden an der Kreuzung Levinstraße Ecke Weidkamp auch noch Vermessungsarbeiten durchgeführt. Diese bestimmen den genauen Verlauf des späteren Tunnelvortriebs und die Lage der jeweiligen Baugruben.

Levinstraße und Hülsmannstraße sind erste Start- und Zielpunkte

Die Vorarbeiten begannen bereits im Oktober letzten Jahres. Auch Wasser- und Erdgasleitungen mussten im Vorfeld der Baumaßnahme umgelegt werden, um so den Weg für den neuen Kanal freizumachen. Ebenso wurden bereits große Teile der Leitungstrasse auf Kampfmittel sondiert. Rund 90% in der Levinstraße und Teile der Hülsmannstraße wurden bereits untersucht. Weitere Kampfmitteluntersuchungen und Leitungsumlegungen werden im Rahmen der anstehenden Bauarbeiten noch durchgeführt. Sicherheit ist oberstes Gebot. Von daher wird vorab nach den gefährlichen Überresten aus dem 2. Weltkrieg gesucht. Nach Abschluss der Baumaß­nahme sind dann rund 4,7 Kilometer neue Abwasserrohre verlegt worden. Davon wurden dann alleine rund 3,5 Kilo­meter im Vortriebsverfahren mehrere Meter tief durch das Erdreich ge­presst. Die neuen Rohre haben Durchmesser bis zu 2,80 Metern. Dazu kommen noch 19 große Schacht­bauwerke mit einer Tiefe bis zu 20 Metern. „Diese Baumaßnahme gehört für uns mit zu den größten Projekten, die wir im Zusammenhang des Emscherumbaus beitragen. Bis die letzte Bauma­schine abrückt, ist es bestimmt Ende 2022. Der Pausmühlenbach soll jedoch bereits bis zum 31.03.2022 frei von Abwasser sein“, so Dirk Pomplun, Unternehmens­sprecher der Stadtwerke Essen.

Bagger für die Erstellung der Pressgruben stehen bereit

Jetzt sind erst einmal die Bagger, die die Gruben ausheben, angerückt. So entsteht an der Kreuzung Levinstraße Ecke Weidkamp eine Mehrfach­pressgrube in der Straßenmitte. Von dort aus werden dann die neuen Abwasserrohre, mit einem Durchmesser von bis zu 2,80 Meter, in zwei Richtungen in rund zehn Metern Tiefe vorgepresst. Unter der Levinstraße geht es zuerst 800 Meter weit in Richtung Haus-Horl-Straße bis zur Ziel­grube auf der Levinstraße in Höhe der Hausnummer 102. Von dort aus wird das neue Kanalrohr dann an das Leitungssystem der Emschergenossenschaft angeschlossen. Während der Bauarbeiten wird der Verkehr im Kreuzungsbereich Levinstraße Ecke Weidkamp einseitig an der Baugrube in beide Richtungen vorbeigeführt. Die Fußgänger können den eigens geänderten Zebrastreifen nach wie vor nutzen. Die Levinstraße ist für den Zeitraum der Bauarbeiten für den Durchgangsverkehr gesperrt. Nur die Anlieger haben freie Fahrt zu ihren Häusern. Der Busverkehr wird ent­sprechend umgeleitet.

Hülsmannstraße ist Start- und Zielpunkt für neue Abwasserrohre

In der Hülsmannstraße entsteht eine weitere Baugrube. Diese wird dreifach genutzt. Zwei Abwasserkanäle werden von hier aus vorgepresst und für einen neuen Kanal ist die Grube das Ziel. Zuerst geht es im Tunnelvortrieb einen Kilometer weit unterirdisch bis zur Zielgrube in der Straße Möllhoven. Hier kommt ein weiteres 700 Meter langes Kanalrohr aus der Schloßstraße an. Um diese große Entfernung von 1,7 Kilometer zwischen Hülsmannstraße und Schloßstraße zu bewältigen, wird daher aus beiden Richtungen der Tunnel bis zur doppelt genutzten Zielgrube in der Straße Möllhoven vorgepresst. Für die spätere Wartung der Kanalrohre werden am Düppenberg und in der Grünanlage zwischen Düppenberg und Möllhoven noch große Schachtbauwerke errichtet. Hier erfolgt dann jeweils auch der Anschluss an die bereits bestehenden Abwasserkanäle.

Kampfmittelsondierungen in der Straße Möllhoven

Im Vorfeld der Kanalerneuerung wird aktuell auch im Möllhoven auf einem Teilstück zwischen den Häusern Nr. 60 und 62 der Untergrund auf Kampf­mittel untersucht. Seit Anfang dieser Woche ist die Straße daher für den Durchgangsverkehr für zwei Wochen gesperrt. Die beengten Verhältnisse lassen hier keine andere Verkehrsführung zu. Eine Umleitung erfolgt über die Ackerstraße. Nach Abschluss der Sondierungsarbeiten wird der Möllhoven erst einmal wieder freigegeben. Die Untersuchungsergebnisse müssen erst ausgewertet werden und weitere Planungen müssen noch folgen. Erst dann können die eigentlichen Bauarbeiten beginnen. Um die Einschränkungen für die Anwohner so gering wie möglich zu halten, wird die Sperrung bis dahin aufgehoben. Noch bis Ende Februar dürfen Bäume gefällt werden. Zwischen der Hülsmannstraße und dem Möllhoven wird es daher noch zu Baumfällungen kommen, die von einem Baumsachverständigen begleitet werden.