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Baustellen – Notwendig für Mensch und Natur

Oberbürgermeister Thomas Kufen besucht zwei Großbaustellen der Stadtwerke Essen

Ohne sie geht es nicht. Wir alle sind von ihnen abhängig. Rohrleitungen für Trinkwasser, Abwasser und Erdgas. Fast 5.000 Kilometer Leitungen durch­ziehen das Essener Stadtgebiet. Rund um die Uhr versehen sie ihren Dienst im Untergrund von Essen und das über Jahrzehnte. Doch irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo der Zahn der Zeit an den Rohren nagt. Dann müssen Sie ausgetauscht oder repariert werden. In der Regel geschieht das bevor etwas passiert. Die Rohrnetzte der Stadtwerke Essen werden dazu regelmäßig überprüft. Beim Abwasser zu Fuß durch die großen Leitungen und mit der Videokamera durch die kleinen. Mit dem Gasspürteppich über Straßen und Gehwege oder durch den „Wasserhorcher“ der mit verschie­denen Messmethoden in den Boden hineinhorcht um Wasser­lecks aufzu­spüren.

Investition für die nächsten 100 Jahre. Abwasser aus Überruhr fließt unter der Ruhr her

Der „Düker Überruhr“ – ein 600 Meter langer Tunnel der von der Wuppertaler Straße unter der Ruhr verläuft und am Gymnasium Essen-Überruhr endet. Der alte Düker aus der Zeit um 1960 ist in die Jahre gekommen und geht demnächst in Rente. Noch in diesem Jahr fließt das Abwasser von 14.000 Einwohner*innen aus Überruhr dann in Rohren durch den neuen Düker in Richtung Kläranlage. Neben den baulichen Herausforderungen waren es auch um­fangreiche Sicherheitsvorkehrungen auf dem Gelände des Gymnasiums, die umge­setzt werden mussten. So wurden unter anderem die Baustellen­fahrzeuge begleitet, damit die Schüler*innen sicher zum Schulgebäude kamen und ihre Pausen wie gewohnt auf dem Schulgelände verbringen konnten. Da das Baufeld in einem extra ausgewiesenen Naturschutzgebiet „Flora-Fauna-Habitat“ liegt, mussten ebenfalls viele behördliche Vorgaben einge­halten werden.

 

Oberbürgermeister Thomas Kufen wirbt um Verständnis für Baustellen

Der „Düker Überruhr“ war eine von zwei Baustellenstation der Stadtwerke Essen die Oberbürgermeister Thomas Kufen jetzt besuchte. Erläuterungen und Informationen erhielt er von Claudia Köster, Leiterin der Abteilung Planung und Bau Entwässerung. Eine Botschaft war, dass zwischen 2020 und Ende 2025 insgesamt rund 400 Millionen Euro in das Essener Kanal­netz investiert wurden und werden. „Eine gut funktio­nierende Infrastruktur ist eine der Grundlagen für eine gut funktionierende Stadt. Dazu gehören auch kon­tinuierliche Erneuerungs- und Modernisie­rungsmaßnahmen. Das geht nicht ohne Baustellen“, so Thomas Kufen, Oberbürgermeister von Essen. Dabei wünscht er sich, dass die Essener*innen auch Verständnis haben, für die damit verbundenen zeitlich begrenzten Einschränkungen.  

Platz für die Natur. Bäche sollen frei von Abwasser werden

Die zweite Station führte Oberbürgermeister Thomas Kufen in den Essener Norden. Unter dem Namen „Pausmühlenbach“ wird dort gerade eines der größten Projekte der Stadtwerke Essen umgesetzt. Dabei ist der Name sogar Programm. Die ökologische Verbesserung des Baches ist eine Auf­gabe dieser Baumaßnahme. Bei starken Regengüssen wurde immer wieder Abwasser mit in den Bach eingeleitet. Das soll nach der Fertigstellung im Frühjahr nächsten Jahres der Vergangenheit angehören. Dann bekommt der Bach ein Stück Natur zurück und das Abwasser fließt unterirdisch in Rohrleitungen mit einem Durchmesser bis zu 2,80 Meter in den Abwasser­kanal Emscher. „Wenn Natur und Bewohnerinnen und Bewohner im Stadt­teil profitieren, dann ist das im doppelten Sinne gut. Das Ergebnis am Ende der Baumaß­nahme ist ein echter Gewinn und entschädigt sicherlich für die Einschrän­kungen während der Bau­zeit“, ist Thomas Kufen überzeugt. Nach der Fertigstellung liegen dann etwa fünf Kilometer neue Kanalrohre im Unter­grund und es wurden rund 60 Millionen Euro investiert. Auch hier eine Investition bis in das nächste Jahr­hundert. Vieles passiert zwar unter der Oberfläche, aber trotzdem war es notwendig ein umfangreiches Verkehrs­konzept zu erstellen. Auch mussten die Anwohner*innen immer wieder mit temporären Einschränken leben. „Hier hat die Abstimmung mit allen Beteiligten und auch den städti­schen Behörden sehr gut funktioniert. Dafür und auch für das gezeigte Verständ­nis der Anwohner*innen möchte ich mich bedanken“, betont Claudia Köster, von den Stadtwerken Essen. Im Vorfeld hatten die Stadtwerke Essen auf einer Infor­mationsveranstaltung die anstehende Baumaßnahme umfangreich erläu­tert. Die betroffenen Anlieger*innen wurden auch mit Informations­schreiben über die anste­henden Arbeiten unterrichtet. Ist dann im Frühjahr nächsten Jahres die Baumaßnahme abgeschlossen, ist augenscheinlich fast alles wie früher. Zwei Dinge sind aber grundlegend anders: Der Pausmühlenbach transpor­tiert bei starkem Regen kein Abwasser mehr und unsichtbar unter der Erde liegt ein neues Abwassersystem für die nächsten Jahrzehnte.

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